Indien 2017

Hallo zusammen!
Ich dachte, wo ich wieder im wundervollen Varanasi bin, könnte ich ja eigentlich auch den Blog weiterschreiben: et voilà

Die Reise ist am Dienstag Nachmittag losgegangen, aber das Spektakel hat eigentlich schon eine Woche früher begonnen, nämlich das große Kofferpacken. Ich selbst brauche nicht viel, weiß ja mittlerweile auch, worauf ich mich einstellen muss und was ich brauche. 6 Kurtas (diese langen Blusen) und ein paar Hosen/Leggins und meinen Kulturbeutel, die Kamera und ein Kissen fürs Flugzeug. Das passt auch alles ins Handgepäck, in den 2 Koffern (Oman Air erlaubt 2 Koffer mit insges. 30kg) befinden sich Mitbringsel 🙂 viele Mitbringsel.
Für meine Freundinnen habe ich Ohrringe besorgt, für Nitin (meinen Bruder) einen Glücksbringer aus Holz, für Meena, meine Lieblingshennamalerin eine Handtasche und ihre Kinder bekommen Klamotten und ein paar Spielsachen, und der Rest vom Koffer ist gefüllt mit Kinderklamotten und Schreibsets, sowie ein paar Lernspiele für die Kids in der Schule. Für wen das alles genau ist, weiß ich auch noch nicht, das sehe ich, wenn ich da bin und mitbekomme, wo was benötigt wird.
Ich hab in der vergangenen Woche angefangen, gebrauchte Klamotten zu besorgen. Und an dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Max, seine Familie und Freunde, die mir im Endeffekt so vieles gegeben haben, dass ich einen kleinen Teil wieder rausnehmen musste und beim nächsten mal mitbringe 🙂

Heute Nachmittag ging es dann mit 2 Handtaschen, 1 Rucksack und 2 Koffern mit der Tram zum münchener Flughafen. Bei 30º war das schon ein ganz guter Einstieg, nicht dass ich erst in Indien von der Hitze überrascht würde ^^
Die Bahn hatte Verspätung, aber ich war so früh da, dass ich eine frühere bekommen habe (das mit der Pünktlichkeit hab ich mir wieder einigermaßen antrainiert). Check-in, Security-Kontrolle, alles lief unerwartet problemlos, im Flugzeug schreib ich noch Freunden, dass jetzt nichts mehr schief gehen kann, ich sitze immerhin im Flieger. Denkste 😀 als ob alles nach Plan verlaufen würde, wenn ich am Flughafen bin… wegen des Unwetters warten wir noch ne Stunde bis zum Abflug, rollen auch erst ewig, dass schon beinah die Vermutung nahe liegt, dass der Flieger sich einen Weg über die Autobahn sucht, statt endlich abzuheben.
Und kaum heben wir ab, beginnt der Spaß erst so richtig. Anscheinend habe ich was falsches gegessen, jedenfalls war ich den gesamten Flug über damit beschäftigt, mir nochmal alles durch den Kopf gehen zu lassen. Im zweiten Flug genauso, aber immerhin waren die Stewardessen super lieb und haben mich mit allem nötigen versorgt.

Und wo wir endlich landen und ich einfach nur zum Arzt will, kommt mein Gepäck nicht. Eine Frau vom Gepäckschalter meint, dass haben sie irgendwo verloren, aber es ist noch irgendwo im System drin. Sie holen es nach Delhi und schicken es mir dann weiter nach Varanasi.
Also ohne Gepäck weiter, ein Freund holt mich ab und fährt direkt zum Arzt mit mir. Da werd ich freundlicherweise vorgelassen, da ich in ein paar Stunden mit dem Nachtzug nach Varanasi will. Und will heißt in dem Fall leider muss, ich würde einfach nur schlafen (mittlerweile seit 30h wach, konnte die Nacht nicht schlafen..) aber die nächsten Tage gibt es keine Zugtickets mehr nach Varanasi, also bleibt mir keine andere Wahl, als den zu nehmen. Da ich ja jetzt Medikamente bekommen habe und hoffe, einfach nur durchzuschlafen, denke ich, dass es machbar wird.
Ist es dann auch, ich steige ein, leg mich direkt schlafen, stell mir den Wecker und lass meine Mitfahrer wissen, wo ich raus muss, damit die mir dann Bescheid geben.
Bis auf den blauen Flecken an der Hüfte (Bequemlichkeit stand wohl nicht auf der Checkliste der Leute, die den Zug gebaut haben) war auch alles gut. Hab viel geschlafen und die Station nicht verpasst. Wobei ich beleidigt war, dass meine Mitfahrer mir nichts gesagt haben, sondern ich gefragt habe, ob das Varanasi ist und sie erst dann ja gesagt haben. Wäre das überall ausgeschildert, wäre es ja nicht zu viel verlangt, dass ich mich selbst darum kümmere, wann ich wo aussteigen

muss. Aber so, wo am gesamten Bahnhof 2 Schilder in englisch hängen, und mein Abteil natürlich nicht direkt vor einem Schild stehen geblieben ist, ist es nicht umbedingt ersichtlich, wo man ist. Wenn man hindi nicht lesen kann. Und sonst haben mir meine Mitfahrer immer ganz eifrig gesagt, wenn ich raus muss. Diese waren also eher enttäuschend. Aber gut. Bin ja angekommen.

Mit der Autoriksha nach Bengali Tola gefahren, der Stadtteil wo ich ein Gasthaus suchen werde. Auf dem letzten Kilometer können keine Rikshas fahren, weil der Weg zu schmal ist, und kaum lauf ich los, renn ich Meena in die Arme, die gerade ihren Sohn zur Schule bringt 🙂 sie war vollkommen überrascht, mich zu sehen (hat kein Internet und weder sms, noch Briefe kommen an), ich hab mich riesig gefreut, sie zu sehen.

Tja, die nächsten 2 Tage verbringe ich damit, meine besten Freunde zu treffen und einfach nur im Bett zu liegen mit nem Buch in der Hand.

Eine Sekunde hatte ich bereut, nach Indien geflogen zu sein. Das war in der Hektik, zwischen Arzt und Nachtzug in Delhi (Delhi mag ich nicht), weil es mir scheiße ging. Und da will man halt am liebsten in der Heimat sein und nicht am Arsch der Welt bei Leuten, die man nur wenig kennt.
Aber jetzt, So Abend ist wieder alles gut. Ich bin fast fit, nur noch leicht geschwächt, woran die übermäßig schwüle Hitze nicht ganz unbeteiligt ist.

Mein Gepäck wird angeblich morgen gebracht, das glaub ich aber auch erst, wenn ich es vor mir habe. Morgen ist auch noch festival, sls ob die da kommen ^^ aber gut, Hoffnung nicht aufgeben.
Wegen der Verspätung kann ich Geld von der Airline für neue Klamotten verlangen, da ich aber eigentlich nichts brauche (zum Glück hatte ich noch 2 Wechselshirts im Handgepäck), bin ich heute mit Mili, einer lieben Freundin shoppen gegangen für sie und ihre 2 Schwestern. Soll das dann die Airline bezahlen 😀

Wenn meine Koffer noch ankommen, war es im Endeffekt also garnicht so schlecht. Immerhin hab ich sie nicht krank durch halb Varanasi schleppen müssen und die Mädels haben kostenlos gute Klamotten bekommen 🙂

Heute Abend esse ich bei Milis Familie, da freu ich mich, weil ihre Mutter eine tolle Köchin ist 🙂

Liebe Grüße aus Varanasi!
Julia

PS: mittlerweile nennen mich meine Freunde Julia (englisch ausgesprochen), keine Ahnung wieso. Sonst war ich immer Juli. Aber wenn ich Dienstag zur Schule gehe, bekomm ich bestimmt wieder 50 neue Namen 😀

 

PPS: ich hab noch keinen Kuhhaufen mitgenommen, eine durchaus erfreuliche Nachricht. Hab auch gerade nur meine guten Sandalen, die Flipflops sind im Koffer… es nieselt ständig, was komisch ist. Es idt zwar noch Regenzeit, aber eigentlich schüttets da alle Tage mal kräftig, sodass das Wasser zwischen knöchel- und kniehoch auf den Gassen steht. Das gute am Nieselregen ist, dass die Kuhgladen nicht ganz zerlaufen und msn immernoch einen Bogen drum machen muss, dafür ist der Regen eklig, weil die Luft so dreckig ist ^^

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.