Neues Jahr, neue Reise – aber altes Ziel. Natürlich geht es wieder nach Indien, aber nach 4 Wochen Indien hänge ich noch knappe 2 Wochen Oman dran. Ich möchte auch nochmal ein neues Land besuchen.
Los geht die Reise von Frankfurt aus. AirIndia hat für mich entschieden, dass es auch reicht, wenn ich einen Tag später fliege und so komme ich am 3.1. am späten Abend in Delhi an. Ich habe auf dem Flug neben zwei Netten Indern gesessen, die in Bielefeld leben und Heimatbesuch antreten, da einige Hochzeiten in der Familie anstehen. Sie erzählen, dass sie in Indien auch sofort als Auswärtige identifiziert werden. Und sie haben festgestellt, dass sie sich häufig selbst verraten – da sie mittlerweile häufig bitte und danke sagen. Und auch wenn mir bewusst ist, dass man die Wörter in Indien nicht wirklich verwendet, hilft es sicherlich, es ins Gedächtnis gerufen zu bekommen. Wir steigen aus und in Busse um. Die beiden sind in einem Bus vor mir und winken bei der Abfahrt. Wie lieb.
Naresh holt meine ganzen Gepäckstücke und mich vom Flughafen ab. Ich habe den großen Koffer und die Hälfte meines Handgepäcks mit Backartikeln, Mitbringseln und Kleidung gefüllt und außerdem noch im Duty free in Frankfurt wie auch Delhi Zeug besorgen sollen, das jeweils in extra Tüten verpackt ist. Da ich am nächsten Morgen für den Flug nach Goa schon wieder früh aufbrechen muss, packe ich im Hotel schnell um und verabschiede Naresh mit dem Großteil des Gepäcks. Im Tausch hat er mir von seiner Frau zubereitetes Abendessen da gelassen. Ein guter Tausch war das. Micha hatte zuvor noch gefragt, ob sie mir Brot mitbringen sollen. Aber auf garkeinen Fall! Das ist richtig lecker, keine Frage. Aber ich werde doch nicht als erste Mahlzeit in Indien gutes, deutsches Brot essen. Und so hat Naresh Frau mit Kartoffeln gefüllte Dumplings gemacht und dazu Gemüse mit Chapati.
Es ist jetzt 12 Uhr abends und ich sollte dringend schlafen gehen, da mein Wecker um 4:40 Uhr klingelt. Aber mein auf deutsche Zeit gepolter Körper hält nicht viel davon, zwischen 19:30 und 0:10 Uhr zu schlafen und so habe ich gerade mal eine Stunde geschlafen, als mich der Wecker für den Goaflug weckt. Das mit der Zeitverschiebung hatte ich bei der Buchung vom Goaflug irgendwie ausgeblendet. Ups. Das schäbige Hotel meines Vertrauens liegt am Rande des Flughafengebiets und das Taxi braucht nur 10 min zum Terminal. Ich hege aber ein Misstrauen gegenüber Taxifahrern und da ich befürchte, dass mein gebuchtes Taxi nicht auftaucht. Alles schon gehabt, ich frag die Rezeption, bei der ich ein Taxi gebucht habe und dann kommt eine Antwort wie „maybe he is sleeping“ – wow, ok danke.
Und da es der Erfahrung nach um 5 Uhr morgens signifikant schwieriger ist, ein Taxi aufzutreiben als zu normalen Uhrzeiten, habe ich dafüt zusätzlichen Puffer eingeplant. Tatsächlich steht mein Taxifahrer aber schon in der Lobby, als ich um 5 runter komme. Mein Rezeptionist zeigt auf ihn, nickt, er nimmt meinen Koffer. Ich muss noch was unterschreiben, verabschiede mich und laufe dem Mann mit meinem Koffer hinterher – da ruft der Rezeptionist mir hinterher, dass das mein Taxifahrer ist. Gut, dass wir ins Dunkel der für ihn offensichtlich nicht ausreichend geklärten Situation noch Licht gebracht haben.
Natürlich bin ich viel zu früh am Flughafen und die Schlangen der Security Kontrollen nonexistent. Als ich meine Taschen für den Scan vorbereite, findet ein Putzmann auf der Ablage sorgfältig in Papier eigerollte Pfannkuchen. Als er die Ablage umrundet, tauchen auf dem Boden noch mehr davon auf – sicherlich hat hier eine Mutter jemandem liebevoll eine Brotzeit vorbereitet – nur die wird hier jetzt leider im Müll landen. Der Putzmann und ich müssen über die Menge der Pfannkuchen lachen und das war auch schon das Highlight des Morgens. Im Foodcourt sitzen bereits einige Leute und essen Dominos Pizza, Subway Sandwiches und indische Speisen. Um 5:40 Uhr in der Früh. Das irritiert mich.
Die 2 Stunden Flug nach Goa gehen schnell rum und Devesh, ein Bekannter eines Freundes von Mili und ihrem Mann holt mich ab. Für meinen halbtot-weil-müde-Zustand hat er mir eindeutig zu viel Energie und spricht ein bisschen zu gerne. Aber er kann ja nichts dafür, dass er eine grummelige, unausgeschlafene Julia neben sich sitzen hat.
Nach gut 1,5 Stunden Fahrt stehen wir vorm Hotel von Milis Mann. Da ich vor der Check-in Zeit angekommen bin, muss ich noch etwas in der Außensitzecke warten. Kurz nach mir kommt eine Gruppe Russen, die sich zu mir gesellen und mit einem lokalen Taxifahrer reden. Er redet mit ihnen in einer Mischung aus Konkani und ein paar englischen und russischen Wörtern und sie reden hauptsächlich russisch mit ein paar englischen Wörtern. Interessant. Dass ich mit Kasachstan mal angefangen habe, ein wenig russisch zu lernen, macht sich tatsächlich bemerkbar-denn so manches verstehe ich ein bisschen. und werde für eine Rusdin gehalten.
Morjim ist ein bei Russen sehr beliebter Urlaubsort in Goa und ich wurde hier auch in der Vergangenheit häufig für eine Russin gehalten. Auch viele Speisekarten sind auf russisch und englisch verfasst. Und auch dieses mal werde ich auf russisch begrüßt. Russisch grüßen bekomme ich gerade noch hin, aber es ist etwas komisch, zwar als Ausländerin erkannt zu werden (im Gegensatz zu Kasachstan, wo ich als Einheimische gelesen wurde), aber im Reisealltag für eine Russin gehalten zu werden (auch von den Russen). Die Russen wundern sich, wenn ich nach einer russischen Begrüßung ins englische wechsel, falls sie mit mir weiterreden. Und die Inder stellen irgendwann doch die Frage, ob ich garkeine Russin sei ^^
Das Zimmer in Suraj‘ Hotel ist sauber und schön. Nach der Delhiübernachtung kommt mir das ganz besonders gelegen. Ich packe meine Sachen um (den Mantel und Wollpulli brauche ich hier bei 30°C tagsüber und 23°C nachts eher weniger), esse eine tibetanische Suppe im Restaurant und lege mich dann für einen nicht ganz optimalen Powernap hin. Es ist viel nap und wenig power. Dann besuche ich Mili, sie ist noch daheim. Da sie erst um 4:30 Uhr am Morgen schlafen geht, hat sie einen anderen Rhythmus. Wir quatschen etwas, dann gehe ich zum Sonnenuntergang an den Strand. Der ist leider so unspektakulär, wie ein Sonnenuntergang nur sein kann. Alles grau, man sieht nichts von einer Sonme. Irgendwie hatte ich auf ein größeres Farbspektrum gehofft. Ich gehe noch etwas spazieren, aber besonders weit komme ich nicht-denn dann beginnt ein Partyabschnitt und den meide ich lieber.
So viel zu meiner Ankunft in Goa! Die nächsten 2 Tage verbringe ich mit Mili und werde ein paar Besorgungen mit ihr machen. Dann geht es weiter zu Chichis Familie, etwa 5 Zugstunden weiter an der Westküste Richtung Norden.
Ps. Das Dateiformat der Handyfotos wird von dieser Seite leider nicht unterstützt, weshalb ich leider noch keine Fotos hochladen kann. Ab dem nächsten Beitrag sollte es dann aber klsppen 🙂
Hallo Julia, schön dass du uns teilhaben lässt an deiner Reise . Deine Familie 🙂