im Kampf mit… tja, wem genau eigentlich?

Es ist schon besser mit dem Heimweh. 20 Tage bis Varanasi. Schaff ich.

Und da komme ich schon zur Beichte:

Nach den Tagen im Natiinalpark bei den Wasserfällen bin ich mit Lenneke zusammen nach Ayutthaya gefahren. Da angekommen haben wir nur was gegessen, sind rumgelaufen und haben geschlafen. Bis ich abends rausfinde, dass ich doch ein längeres Visum für Indien innerhalb von 6-8 Tagen bekommen kann. Am Tag darauf muss ich nachmittags nach Krabi fahren, wo der Kindergarten ist. Ich fahre über Bangkok, da ist auch die indische Botschaft. Letzte Chance: morgen. Warum? Es ist Donnerstag, am Wochenende hat die Botschaft zu, dann bin ich in Südthailand und mit den 6-8 Werktagen könnte es später knapp werden.

Also die Nacht damit verbracht, den ganzen Mist für den Visumsantrag vorzubereiten. Bürokratie. Was willst du von mir? Lass mich doxh in Frieden! Bitte!

Um halb 3Uhr sind wir noch zu einem Internetshop gelaufen, der zwar die ganze Nacht geöffnet ist, aber krinen Drucker besitzt. Und das war für Lenneke schon Überwinung. Einerseits wollte sie mich nicht alleine gehen lassen (hätte ich kein Problem mit gehabt), andererseits hat sie Angst vor den nachtaktiven (wegen Hitze am Tag) Strassenhunden. Ich hab ihr mein Pfefferspray in die Hand gedrückt, dann ging das. Einigermaßen. Achja, sie ist 28Jahre und damit 10 Jahre älter 😀 und ich fühle mich wie ihre Mutti. Naja war ich auch leicht. Weil sie noch nie gereist ist und total unerfahren ist. Aber das war ich ja auch schon von einer Gruppe mit Chinesen, Ami und Engländer. Die alle mindestens 5 Jahre älter sind, als ich 😀

Naja, zurück im Gasthaus muss ich noch 1 Stunde Zeugs erledigen, dann kann ich endlich wieder (nach ein paar Stunden) duschen -es ist so unglaublich heiß- und dann fällt meine liebe Freundin in Abipanik. Jeder braucht jemanden, der ihn in seinem Prüfungsstress beruhigt. Und ich komme mir mittlerweile eh ein bisschen wie eine Ratgeberin zum Thema „wie überlebe ich bloß mein Leben“ vor, was mir ziemlich Spaß macht. Und was ich immef wieder lustig finde. Weil ich 18 bin und nicht 58. Ob ich die Nacht 4 oder 4,5 Stunden schlafe-hach, auch egal. Um 7:30 also wieder aufgestanden, Fahrrad gemietet, an Tempeln vorbeigefahren und wieder zurück, schnell zum Minivan ab nach Bangkok. Ich komme um 12 Uhr in Bangkok an, habe die Adresse der Botschaft und alles vorbereitet, aber nichts ausgedruckt. 50min hat es gedauert, bos ich die Suche nach einem Copyshop und Taxi zur Botschaft aufgegeben habe. Keiner weiß, wo die Botschaft ist und es macht keinen Sinn, es ihnen auf der Karte zu zeigen. Verstehen sie nicht. Eine nette Frau konnte mir zum Glück sagen, zu welcher Bahnstation ich am besten fahren sollte. slso los, rein in den Zug, da am Bahnhof hilft mir ein sehr netter Junge und besorgt mit ein Rollertaxi, was mich tatsachlich zur Botschaft bringt. 1 Stunde ist die noch geöffnet. Ein paar Etagen über dem Visacenter ist ein Copy Shop, ich kann endlich all die benötigten Unterlagen zu horrenden Preisen (8€ für 8 Seiten!!!) ausdrucken. Zurück zum Visacenter. Ein Formblatt haben die Deppen vom Copyshop vergessen, mir zu geben, aber ich kann es hier für wenige Cent kaufen. Gekauft! Alles ausgefüllt und unterschrieben. Es sitzen etwa 30 Leute im Raum. Noch 35 min. Keine Ahnung, ob die dazu da sind, Leute abzuschrecken. Dass die dann denken ‚ach nee du, so viele Leute. Da geh ich wieder‘ oder ob die einen einfach schonmal die Populationsdichte Indiens demonstrieren wollten. Wer weiß, was indischen Behörden so einfällt. Jedenfalls kam ich als 6. Nummer nach etwa 10min dran. Die Frau war super freundlich und ist ziemlich sicher, dass ich das Visum für 3 Monate bekomme. Ich bekomme per Mail bescheid, wenn ich den Reisepass wieder abholen kann. 25 min vor Schluss bin ich grinsend aus dem Gebàude spaziert. In das nächste Café mit Internet. Bei der Hitze hab ich mal wieder das Problem, den ganzen Tag keinen Hunger zu haben. 1 Stunde brauchte ich für den Mangoshake, dann gings wieder zurück zum Bahnhof, da hilft mir ein netter Mann, die beste Verbindung zum Busbahnhof rauszufinden. Am Ende rennt er mir sogar bis zum Ticketautomaten hinterher, um mir eine noch bessere Verbindung zu geben. Obwohl er in die ganz andere Richtung muss und fast kein englisch spricht. Also mit dem Zug zurück und von da aus mit dem Bus zum Busbahnhof. In etwa 1St fährt mein Bus nach Krabi, die Zeit geht schnell rum, der Busbahnhof ist riesig, hat mehrere Etagen und ein Shoppingcenter. Dann auf der Platform, auf der mein Bus wartet, fällt mir ein, dass den Leuten vom Kindergarten noch bescheid sagen muss, wann sie mich abholen dürfen. Das Münztelefon ist natürlich kaputt (überall, witklich überall gibts die Teile. Nur am Bahnhof steht nur ein kaputtes Teil. Natürlich.) also frage ich, wo ich denn telefonieren kann oder einen zeitweisen Wlancode kaufen kann. Die Frauen versttshen mich nicht, aber eine andere Touristin bietet mir ihr Handy an. Es hebt niemand ab, also schicke ich eine SMS und setze mich in den mega luxuriösen Bus. Eine super liebe Frau zeigt mit meinen Platz und bedient uns. Bequeme Sitze mit noch besserer Kopfstütze, Klimaanlage, Decke, wasser, Soyamilch und ein Gepäckstück gibt es. Wow! Bin echt beeindruckt, mache sogar Fotos von den Bussen, so als hätte ich noch nie Busse gesehen. Kurz vor Abfahrt kommt die Afrikanerin in den Bus und drückt mir ihr Handy in die Hand, die Kindergartenleute rufen zurück. Wir bestätigen nochmal den Treffpunkt und alles ist gut. Neben mich setzt sich ein Inder. Bei Musik schlafe ich ziemlich schnell ein. Zun Schlafen ist es doch nicht soo bequem. Besser als indische Busse, aber da wäre ich lieber in der untersten Klasse im Zug mitgefahren… aber die Option gabs nicht. Morgens um halb 8 kommen wir in Krabi an, da nehme ich einen Minivan nach AoNang. Um 9 Uhr treffen wir uns bei McDonalds, ich habe also noch 1 St Zeit, frühstücke Chips und setze mich an den Strand. Vielleicht ist Thailand garnicht so schlecht. Der Strand sieht jedenfalls toll aus. Den ersten Tag im Kindergarten verbringe ich mit Musik hören, schlafen und Internet. Stunden versuchr ich, das Zugticket von Kolkata nach Varanasi zu kaufen. Problem. Probleme. Zu viele Probleme. Nummer 1: ich habe mein Passwort der Seite, wo es unkompliziert ist, vergessen. Problem 2: es gibt keinen Button ‚Passwort vergessen‘. Also auf einer anderen Seite probieren. Da geht es nur, wenn ich mit vorher einen Account bei der offiziellen Seite der indischen Bahn anlege. Mache ich. Ich muss eine Hanynummer angeben, an die ein Code geschickt wird. Nr.3: ich habe keine Simkarte. Ich gebe die eines Freundes an, der mir dann den code schicken will. Problem 4: er bekommt keine SMS. 5: auch mein anderer Freund bekommt keine SMS. Ich versuche das Ticket mit dem Account von Suraj zu kaufen. 6: Komme nicht weiter als zu sehen, wann welche Züge fahren. Sunil hat die SMS mit dem Code bekommen und leitet es mir weiter. Nr.7:der Code ist falsch. Ich versuche es mit Surajs Account auf einer anderen Webseite, es geht-bis Problem 8: verified by Visa glaubt mir nicht, dass ich wirklich ich bin. Es scheitert jedes mal daran, dass ich mir kein Passwort anlegen darf. 9: Nach dem 3. Versuch wird meine Kreditkarte gesperrt.

Beim 4. Versuch geht es! YEAH! Entweder meine Kreditkarte wurde doch nicht gesperrt und es sollte mir nur Angst machen, oder aber die werden ihr Geld nicht von meinem Konto bekommen….

Nr.10: trotz Bestätugung des Kaufvorgangs bekommt Suraj keine Mail mit dem Ticket…

…3 Stunden später hat er es und leitet es mir weiter. Puh. Das war fast genauso anstrengend, wie das Visim zu beantragen!

Ich bemerke, dass ich meinen Rückflug nach Deutschland nicht umbuchen kann, da steht ich soll die Hotline anrufen. Scheiße.

Wehe, das war alles umsonst…

Tja und das war sie also. Die Geschichte, wie ich mein Visum beantragt habe. Und die Geschichte ‚wie schaffe ich es, ein Zugticket zu kaufen?‘.

 

Ich hoffe einfach nur noch, dass ich den Rückflug nochmal verlegen kann. Bitte, bitte!

 

JuliA

Heimweh im Westen

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Thailand ist schon OK. Dafür, dass es nicht Indien ist. Es lässt sich leben hier, die Menschen sind freundlich, das Essen ist lecker und die Landschaft ist auch nicht schlechz. Nur ist es eben nicht Indien und außerdem auch noch doppelt so teuer.

Ich habe Heimweh. Das ist echt komisch. Nee, nee, denkt jetzt nicht, dass ich Deutschland vermisse. Aber Indien. Ich vermisse Varanasi, meine Freunde, die Schule, die Kinder, die Stadt und die verkorkste Kultur.

Gestern habe ich Lenneka aus Holland und Anna aus Brasilien kennen gelernt. Mit Lenneka habe ich eine kleine Fahrradtour zum See gemacht. War nicht unbedingt die beste Idee, weil es 38° hatte und ich in der prallen Sonne mittags fast weggeschmolzen bin. Wir haben uns super stylische Hüte gekauft, die aber ganz gut gegen die Hitze waren, am Ende mussten wir dann auchnoch feststellen, dass der See auch aufgewärmt war.

Abends waren wir dann zusammen essen und was sehe ich da?

Sitzen da einfach meine Nachbarn aus Dortelweil am Tisch! Meine Nachbarn. Aus Dortelweil. Hier. In Thailand. Genau in dem Restaurant, in dem ich gerade essen gehe. Verrückte Welt. Ich fand es ja schon immer unglaublich, dass ich in Delhi mehrere Leute getroffen habe, die ich aus Varanasi kenne. Aber Dortelweiler in Thailand? Nee. Neee. Ich hab mich ziemlich gefreut 😀

Den ganzen Abend habe ich mich mit Lenneke über mein geliebtes Indien unterhalten, ich habe sie quasi zugetextet und ihr vorgeschwärmt 😉

Aber sie fand es garnicht schlimm, sondern mehr gefragt, ich kam mir vor wie ein Indienexperte, der einer Unerfahrenen das Land erläutert 🙂

Und heute sind wir mit Anna zum Nationalpark gefahren, dafür um 6:30Uhr aufgestanden. 4 Stunden Schlaf ist mir eindeutig zu wenig. Während der Busfahrt und zwischendurch, als wir irgendwo rumsaßen oder rumlagen, habe ich immer wieder geschlafen, was aber nicht so förderlich war. Gerade ist es 5 vor 7 und ich könnte auf der Stelle wie tot einschlafen. Garkein Problem. Schwierig, die Augen offen zu halten.

Heute sind wir nur ein klein wenig rumgelaufen und haben uns schließlich an einem Wasserfall niedergelassen und gebadet. Und wir haben uns putzen lassen. Von Fischen. Da gibt es jede Menge von diesen Fischen, die einem die alte Haut abknabbern. Am Anfang war das ein wenig seltsam. Aber am Ende wollten wir garnicht mehr gehen, weil es so toll war 😀

Wir bleiben heute über Nacht im Nationalpark und mieten ein Zelt. Nicht mitten in der Natur, aber man kann die Vögel schön hören. Bzw konnte. Jetzt wird viel zu laute Musik abgespielt und die ganze Stimmung ist dahin. Wie kommt man bitte darauf, in einem Nationalpark Party machen zu wollen? Die Thailänder…

Morgen früh wollen wir früher aufstehen und zu den Wasserfällen losziehen, bevor die ganzen Touristen mit dem Bus ankommen. Und schöne Fotos machen 🙂

… und da sind auch schon welche! Natürlich nur die schlechten vom Handy, aber ich denke es reicht für den ersten Eindruck. Und ja, das Wasser ist so blau, wie auf dem Bild 🙂

Es war tatsächlich wunderschön, abgesehen davon, dass viel zu viele Touristen da waren und es mir eigentlich eher vorkam, als wären wir in einem künstlich angelegten Wasserpark. Man konnte nämlich ezwa alle 200m im Fluss/Wasserfall schwimmen und das haben natürlich alle ausgenutzt.

Wisst ihr was? Thailand ist zu westlich. Der Kleidungsstil-noch knapper als die meisten Europäetinnen, Partys wo man nur hinschaut. Jedenfalls hier in den Touriorten. Nichts für mich. Abgesehen davon will ich garnicht wissen, warum hier so viele alte Männer sind. Und warum es so viele Thaimädchen gibt, die sich mit ihnen abgeben.

Was mir Sorgen bereitet, ist allerdings die Tatsache, dass ich vorhabe, zurück nach Deutschland zu kommen, aber mir Thailand nicht so gefällt, weil es zu westlich ist. Mist. Wie soll ich mich da bloß wieder in Deutschland wohlfühlen? Hachja. Heimweh nach Indien aber nicht nach Deutschland. Kein gutes Zeichen. 22 Tage. In 22 Tagen fliege ich nach Kolkata. Und in 24 Tagen bin ich zu Hause!!! So lange… Wenigstend bin ich ab nächster Woche in Krabi im Kindergarten. Ich frage mich zwar, was ich da 2 Wochen machen werde, aber ich hoffe die Zeit geht da schneller rum. Habe ich schon erwähnt, dass es mir so vorkommt, als wäre ich schon seit Wochen nicht mehr in Varanasi gewesen?

Gerade habe ich „gebackene Kartoffeln“ bestellt. Und was kommt da? Eine in Alufolie gewickelte, heiße Kartoffel. Eine ungewürzte Ofenkartoffel. Hmm. Und das zum Preis eines ganzen Nudel- oder Reisgerichtes. Vielleicht sollte ich lieber wieder Thaigerichte bestellen.

Ich würde euch ja einen Thaigruß schreiben, aber ich kenne kein einziges Wort auf Thai. Also Namaste 🙂

Julia

6 Stunden zum Schlafen

Was kann das Leben schön sein!

Seit gestern abend sitze ich im Nachtzug nach Kolkata, von da aus geht mein Flug nach Bangkok. Für diese Fahrt habe ich mir die Klasse 3rd AC gegönnt. Hatte es schon bereut, da sie etwa doppelz so teuer ist, wie sleeper class (15€ statt 7€) aber seit ich in das Abteil gestiegen bin, fühle ich mich wie in einem 5*Hotel. Die Fenster haben Scheiben, die man nicht hochschieben kann, dazu Vorhänge, eine Klimaanlage (es zieht also nicht durch die Spaltöffnungen oder komplett geöffneten Fenster und es es gibt keine entilatoren, die auch nachts in der Kälte ununterbrochen arbeiten, weil man sie aus irgendeinem Grund nicht ausschalten kann.), es gibt Bettlaken, eine Decke, sogar ein Handtuch und jetzt kommts: auf der western toilet hängt Klopapier!

Soviel zum materiellen Komfort.

Jetzt kommt aber eigentlich der viel wichtigere Teil. Es ist ruhig. So ruhig, als wären keine weiteren Inder im selben Zug. Inder sind nämlich meistens ziemlich laut. Verdammt laut. Wenn die Lehrerinnen in der Schule zusammen mittagessen und sich unterhalten, habe ich teilweise das Bedürfnis, sie mit einem Lautstärkeregler runterzudrehen. Sie sind lauter als die Kinder. Und jetzt stellt euch vor, wie laut es normalerweise in so einem Zugwagon ist, wenn große Familien verreisen und es keine Trennwände für kleine Abteile gibt. Dazu kommen ja noch die gsnzen Leute, die ein Ticket ohne Sitzplatzreservierung haben und sich auch alle im Wagon aufhalten. Genau, jede Menge Trubel.

Jetzt bin ich aber in einer Klasse höher und die Leute ohne Sitzplatzreservierung fallen schonmal weg. Und, am wichtigsten, es fallen all die Chaiwallas weg. Die Chaiverkäufer, Wasserverkäufer und all die anderen, die ihren Kram loswerden wollen. Teilweise laufen Leute rum, die ein Schraubendreheraufsatzset verkaufen 😀 im Zug.

Warum ich gerade wieder mal mein Leben genieße, und das obwohl ich auf dem Weg nach Thailand bin-und damit aus Indien raus-ist, dass der Zug 8 Stunden Verspätung hat. Yeah! Heißt, ich komme, wenn’s gut läuft, um halb 4 in Kolkata an und kann dann zum Flughafen fahren um nachts um 0:05Uhr loszufliegen.

Holi geht mehrere Tage lang, vorgestern war Holi für die Götter, heute wird es auf den Strassen gespielt. Die Lehrerinnen hatten mir geraten, nicht vor 12Uhr morgens auf die Strasse zu gehen, weil es dann gefährluch ist. Da mein Zug laut Plan um 7:30Uhr hätte ankommen sollen, hätte ich also direkt ein Taxi zum Flughafen nehmen müssen und dann etwa 16 Stunden warten können (da ist es sicher). Und in indische Flughäfen kommt man erst 4 Stunden vor Abflug ins Gebaude. Sprich ich hätte es mir vor dem Eingang gemütlich machen können. Gibt schlimmeres, aber die Wartezeit auf die Zugfahrt zu verlegen, wo es einen Schlafplatz, ein Klo (auch noch mit Klopapier) und Strom gibt, ist doch deutlich angenehmer. Da fehlt eigentlich nur noch Internet und es gibt nichts, was perfekter sein könnte 🙂

Ach ja, so ein bisschen freue ich mich schon auf Thailand. Die Landschaft und Strände sollen so unheimlich toll sein. Und der Typ mit dem Ökohaus hat sich nicht mehr gemeldet, deshalb gehe ich in einen Kindergarten und helfe da 2 Wochen lang. Schon wieder zu reisen, klingt momentan nämlich nicht verlockend. Gerade bin ich von 8 Wochen Reisen am Stück endlich wieder in Varanasi angekommen, und auch wenn das Reisen schön war, reicht es. Ich brauche wieder einen Ort, an dem ich nicht als Touri durch die Strassen spaziere, sondern etwas tue, um auf andere Weise eine Verbindung zum Land herzustellen. Also Kinder, Julia ist auf dem Weg zu euch! Aber erst habe ich eine Woche in Thailand zum nichts tun, am Strand relaxen oder was auch immer. Keine Ahnung, wo/wie/was/… aber es wird sich was finden 🙂 dann bin ich 2 Wochen im Kindergarten in Krabi und dann habe ich noch ein paar Tage Zeit, wieder zurück nach Bangkok zu fahren, um in mein geliebtes Indien zurückzukehren 🙂 Hach, Indien 🙂

Hatte ich eigentlich geschrieben, dass mein Rückflug auf den 30.4. gebucht ist? Jedenfalls überlege ich, ihn nochmal umzubuchen, sodass ich einen Monat länger in Varanasi verbringen kann 🙂 Aber ich hatte noch keine Zeit, mich näher über das Visum zu informieren, was länger als 30 Tage geht. Also weiß ich nicht, ob das wirklich was wird.

Seit ich wieder in meinem 2. Zuhause war, hatte ich in der Schule jede Menge zu tun. Zum Glück! Ich habe mich endlich mal richtig nützlich gefühlt 🙂 Tine aus Österreich ist dann auch gekommen, sie kümmert sich ums Fundraising und bringt dafür wahnsinnige Aktionen zustande. Zum Beispiel am 21. Mai, da wird ein Konzert in Salzburg stattfinden, mit edlem Essen und all solchem Schnickschnack. Sobald ich mehr Informationen habe, schreibe ich sie euch-vielleicht habt ihr ja Lust, zu kommen 🙂 Falls ich zu der Zeit nicht mehr in Asien sein sollte, werde ich auf jeden Fall versuchen, mir das Konzert anzuschauen.

Mit Tine hatte ich viel Spaß. Wir saßen meist zusammen am Tisch am PC und haben gearbeitet und uns dabei schön unterhalten und gegenseitig geholfen. Einmal sind wir zusammen zu Fabindia gefahren, ein Bekleidungsgeschäft. Kurz nachdem wir losgelaufen sind, ist ihr Flipflop kaputt gegangen, weshalb sie nicht mehr richtig laufen konnte und wir mit der Riksha zum nächsten Schuhladen gefahren sind. Da hat sie auch direkt neue Schuhe gekauft, ihre kaputten dem Verkäufer in die Hand gedrückt und ihn gebeten, diese wegzuwerfen. Das hat er wörtlich genommen.

Ging zur Eingangstür, öffnete sie und warf sie auf die Straase. 😀 DAS ist Indien 🙂

Abends haben wir zusammen gekocht, seeeeehr lecker 🙂 und dann bin ich schließlich gegen 10 Uhr zurück im Gasthaus gewesen. Ein paar anstrengende, aber sehr schöne Tage waren das.

Da heute die Schule geschlossen ist, haben wir schon gestern mit den Kindern Holi gespielt 🙂

Da wurde ich zu einem Kunstprojekt-erst ein knallpinkes Gesicht, dann ein rotes, ein grüner Arm und mein weißer Rock sah auch richti toll, farbig aus. Die Kinder, Lehrer und ich hatten unseren Spaß 🙂 immerhin ein schöner, letzter Tag 🙂

Die Farben sind immernoch leicht in meinem Gesicht zu sehen und etwas mehr auf der Kopfhaut. Pinke Kopfhaut und pinker Haaransatz 🙂 Mal was anderes.

Gerade (14:15Uhr) wurde ich von meinen Mitreisenden geweckt. Erst dachte ich, wir wären doch schon in Kolkata. Nee, zum Glück noch nicht aber mein Handy ist runtergefallen. Nett. Und dann haben sie mir eine Hand voll Kekse in die Hand gedrückt. Hab heute noch nichts gegessen, also garnicht so schlecht, so ein paar Kekse. Von gestern habe ich noch 2 Möhren übrig. Die Keksfrau ist Lehrerin in Varanasi und meinte, sie hätte eine Wohnung, in die ich ziehen könnte, wenn ich zurück bin. Das klingt auf jeden Fall super, ich werde sie anrufen, wenn ich wieder zu Hause bin.

Am Bahnhof, als ich 4 Stunden auf den Zug gewartet habe, habe ich ein Mädchen kennen gelernt, das alleine reist. Aber das ist noch nicht alles. Ihre Familie lebt in Kolkata und sie studiert in Varanasi, über die Feiertage fährt sie zu ihrer Familie. Sie lebt alleine hier. Soweit weg von zu Hause. Mädchen gehen nichtmal alleine raus auf die Strasse, und sie darf alleine so weit weg von ihrer Familie leben. Finde ich super. Auch wenn sie eigentlich nach Delhi wollte. Das war dann aber doch zu weit, immerhin müsste sie dann immer, wenn Feiertage sind, etwa 24 Stunden Zug fahren. Und ihr wisst, in Indien gibt es quasi mehr Feiertage als ’normale‘.

So jetzt bin ich gerade in Bangkok gelandet. Beinahe hätte ich den Flieger verpasst, und das obwohl ich über 6 Stunden am Flughafen war. Bin eingeschlafen. Und Departure ist wohl nicht das gleiche, wie Boarding time :D:D zum Glück hat mich ein Typ gefunden und gemeint, ich wurde schon x-mx-mal ausgerufen, das Flugzeug warte nur auf mich. Lalalala 🙂

Aber ich habs ja noch geschafft und wir waren auch nicht zu spät 😀

tja dann warte ich erstmal auf den zug in dieinnenstadt-bis dann 🙂

Don’t drink Alcohol: ein Bier im Meer

Mumbai ist nicht Indien. Gut, ehrlich gesagt habe ich das auch bei Alleppey und Mamallapuram gedacht. Und bei Goa. Also vielleicht gibt es einfach nicht das eine Indien… Aber Mumbai ist, genau wie Varanasi eine Stadt, die man so nicht nochmal in Indien findet. Mumbai ist westlicher, als ich mich fühle 😀 schon öfter wurde ich von Leuten angerempelt, die hektisch an mir vorbeigehastet sind. Da war ich schon irritiert. Immerhin wurde ich in Varanasi nicht nur einmal gefragt, warum ich denn so renne. Da bin ich ganz normal die Strasse runtergelaufen. Generell ist es so, dass ich Leute beim Laufen überhole. Und dabei bin ich schon lahm. Wie gesagt, ich pass mich an.

Ach ja, übrigens tut das jetzt sogar meine Haut. Also sich an die dunklere Farbe anpasen. Wer hätte das gedacht? Jetzt nicht erwarten, dass ich braun gebrannt wieder nach Deutschland komme, aber ich hab tatsächlich Farbe bekommen. An den Armen, Füßen und im Gesicht. Wenn, dann richtig indisch denkt sich mein Körper da wohl. Seit Dezember war ich ja auch noch garnicht krank… 😀 das freut mich tatsächlich ziemlich.

Aber nochmal zurück zu Mumbai. Hier sind die Leute auch vom Stress befallen. Hetzen sich ab, rennen rum und rempeln Leute an, Autos haben wohl nichtmal Zeit, anzuhalten oder zumindest langsamer zu werden, wenn da jemand über die Strasse gehen. Immerhin gibt es hier funktionnierende Ampeln. An deren Vorschläge für Fahrsicherheit sich grundsätzlich auch einigermaßen gehalten wird. Und es gibt Gehwege. Und tolle Gebäude! Solche könnten genau so gut irgendwo in einer europäischen Altstadt stehen. Und überhaupt nicht runtergekommen. Krass. Die Leute sind schick westlich gekleidet, eher wenige tragen Sarees oder Kurtas. Sogar so wenige, dass mich ein Ami gefragt, ob Sarees in Indien nur zu Festen getragen werden.

Aber, und das ist und bleibt indisch-der Akzent 😀 da hört man schick und teuer gekleidete Inder, die mit ihren Kindern englisch reden. Und das verrät ihre wahre Identität 😉 dieser Akzent ist wohl im Erbgut verankert. Und die Art, wie sie sprechen. Ich kann es nicht beschreiben, aber selbst, wenn es einem Inder gelingen würde, sich nicht durch seinen Akzent zu verraten, würde ich ihn ziemlich sicher an seiner Art, mit amderen zu sprechen, erkennen.

Mumbai hat auch eine Metro. Die ist benutzerfreundlich, besitzt Ventilatoren, offene Fenster und schließt die Türen erst garnicht. Da hätte man sich die Türen auch eigentlich sparen können. Man kann sich da so voll cool aus der fahrenden Metro lehnen und den Fahrtwind angrinsen 🙂 und dabei seine Kappe verlieren (nicht ich, Silvia aus dem gleichen Hotel). Was es sogar gibt, sind extra Frauenabteile und Behindertenabteile. Und. Natürlich ist es supergünstig. Da könnte sich die deutsche Bahn mal dem indischen Standard annähern. Also den Preisen. Ein paar Kilometer für 7ct. Für die 2,20€ von Dortelweil nach Bad Vilbel komme ich hier etwa 300km weit 😀 dass ich dafür selbst im super fast express 4 St brauche, ist was anderes. Dafür schaffen es die Züge (im Süden jedenfalls) hier, selbst Verspätungen von 1 St aufzuholen und pünkltlich anzukommen. Ach, das habe ich glaube ich noch garnicht erwähnt. Hab fast den Zug nach Mumbai verpasst. Das wäre schöner Mist. Ich komme ja aus Goa und hatte ein Ticket von Pernem nach Mumbai. Aber eine Station, an der der Zug früher gehalten hat, war mit dem Bus besser zu erreichen, also bin ich schon früher im Zug eingestiegen (hatte noch ein Ticket gekauft). Ab Pernem sollte der Zug 19:11Uhr losfahren. Dass der Zug 2 Stationen vorher früher losfährt, schien mir vollkommen unlogisch. Auf die Idee bin ich irgendwie nicht gekommen, und so war ich um 18:40 Uhr am Bahnhof. Aber ich hatte Glück und der Zug kam später, war aber trotzdem pünktlich in Mumbai. 🙂

Bollywood hat übrigens abgesagt. Die brauchten uns doch nicht 🙁 voll schade. Was hätte ich das gerne erlebt 🙂

Aber ich hab auch ohne Statist am Bollywoodset zu sein schon eine Menge mitgenommen. Mit Mischi bin ich ein bisschen rumgelaufen, eigentlich auf der Suche nach einem Dorf, das mitten in Mumbai sein soll. Zufällig sind wir bei einer Art Tag der offenen Tür einer Kunstschule gelandet und haben uns die Ausstellung von Zeichnungen und Basteleien angeschaut. Zufällig wurden in einem Raum auch Masagen angeboten. Und als wir eingetreten sind, kamen direkt Frauen in weisen Kitteln auf uns zu, um uns zu erklären, dass sie rythmisch zu Musik massieren und fragen, ob wir das nicht mal ausprobieren wollen. Klar! Eine Frau musste frühzeitig ihre Massage aufgeben, um mir Platz zu schaffen… Und die ganzen Leute, die darauf warteten, an der Reihe zu sein, mussten noch länger warten. Erst wurde mir Öl in die Nase getropft und dann das Gesicht massiert. Dann wurde mit Rasseln und einer Mischung aus Musik- und Massageinstrumenten auf mir rumgeklopft. Am Anfang konnte ich mich dabei nicht so entspannen, weil die Frau wohl so garkein Gefühl für Musik hatte. Im konstanten Intervall mit der Musik die Teile auf meinen Rücken zu klopfen, hat sie überfordert 😉 aber dann kam jemand anderes und später bei einem anderen Lied hat sie es doch noch ganz gut hinbekommen. Ich habe es total genossen, auch die etwa 20 Zuschauer konnte ich ausblenden (bin ich ja gewöhnt). Warum weiß ich nicht, aber im Süden haben die Leute die Gewohnheit, sich zu bedanken wenn sie jemandem (also mir) geholfen haben. Ich frage jemanden nach dem Weg und der bedankt sich dann nach einer ausführlichen Erklärung bei mir… So haben sich dann auch die Masseure bei Mischi und mir bedankt -immer wieder gerne, Leute 😉 und wir durften ihnen aufschreiben, wie wir uns gefühlt haben, haben etliche Fotos gemacht und am Schluss haben sie uns gebeten, dem Chef zu danken. Die Bitte kam so:“would you like to say thank you to our chef, he is sitting there“ 🙂 klar haben wir das artig gemacht, er hat sich gefreut, die Masseure sowieso und ich war gerade kostenlos massiert worden, also war meine Stimmung im hach-Welt-was-bist-du-schön-Modus.

Abends hat sich Mischi Zigaretten und ein Bier geholt und zusammen saßen wir dann am Ufer -recht unspektakulär. Eine Mauer. Alkohol in der Öfentlichkeit (ausser Restaurants) zu trinken ist verboten und kann anscheinend mit bis zu 5000Rs bestraft werden. Das hat uns extra noch der Typ gesagt, der uns zum Weinshop gebracht hat. Vor der Polizei am Ufer hat er uns auch gewarnt. Aber wie das so ist, saßen wir dann auf der Mauer, Mischi mit Zigaretten und dem Bier, versteckt in einer schwarzen Plastiktüte. Natürlich kommt ein Polizist mit ein paar anderen Typen vorbei und sie sagen zu Mischi, dass sie sich anders auf die Mauer setzen soll, weil das sonst gefährlich ist. Dann fragen sie, was das in der Hand ist, Michi lässt die Biertüte ins Wasser fallen und sagt, sie rauche nur. Nach der Belehrung, dass Alkohol in der Öffentlichkeit verboten ist und der Mahnung, sie solle ja nicht trinken, gehen sie dann aber zum Glück wieder.

Heute mittag habe ich eine Slumtour gemacht. Und ich muss sagen, dass ich mich im Slum wohler fühle, als im Rest Mumbais. Aber dazu muss man auch erstmal erklären, wie man sich den größten Slum Asiens voszustellen hat. Er ist unterteilt in Industrie und Wohnen. Der Industrieteil sieht aus, wie der der meisten Städte. Es gibt auch ganz normale Strassen mit Verkehr. Hier wird vor allem Plastik und Aluminium recycelt, Tontöpfe werden hergestellt und Kleidung genäht. 89% der Lederprodukte werden ins Ausland exportiert. Die meisten Arbeiter kommen aus ganz Indien und sind ohne Familie nur zum Arbeiten nach Mumbai gekommen. 8 Monate arbeiten sie hier und kochen und schlafen in ihren 12-14 Stunden Freizeit am Tag am Arbeitsplatz. Im Wohnbereich leben hauptsächlich Leute, die Jobs in der Stadt haben (und mehr Geld verdienen). Sie mieten die Wohnungen (1Raum ohne Bad mit Kochnische. Etwa 8qm für eine Familie) für 3000Rs =42€ im Monat (Slumarbeiter verdienen zw. 4500 und 6000Rs im Monat). Es gibt staatliche und auch private Schulen, außerdem -und da haben es die Slumbewohner besser, als der Großteil Indiens- bleibt der Slum von Stromausfällen verschont.

Also ich hatte mir das deutlich schlimmer vorgestellt. Zumahl ich auch mehrere Bewohner mit Smartphone (die sind in Indien nicht günstiger, sondern im Verhältnis zu Essen und Kleidung -also den Lebenshaltungskosten- verdammt teuer) gesehen habe. Klar sind die Wohnverhältnisse mehr als schlecht, es ist super eng (oft kommen keine 2 Personen in einer Gasse aneinander vorbei und die ‚Wohnungen sind winzig, eine Toilette teilen sich, wenn ich mich richtig erinnere mehr als 1000 Menschen. Zur Regenzeit wächst das Moskitoproblem stark an, die Wohnungen im Erdgeschoss laufen oft mit Wasser voll). Aber zumindest ist die Kriminalität durch 2 Polizeistationen nur sehr gering und die Leute leben nicht in Wellblechhütten sondern Steinhäusern. Viel wichtiger aber ist, dass die Atmosphäre nicht so elend ist, wie sie oft im Fernsehen dargestellt wird. Es ist ganz normal.

Im Slum habe ich mich wohler gefühlt, als im Rest Mumbais, der von westlichen Einflüssen quasi überrollt ist.

Klar lässt dich das jetzt so einfach sagen, weil ich nur kurz im Slum war und ihn zudem nur als Tourist erlebt habe. Aber es hat mich doch sehr an Varanasi erinnert und hey – Ich liebe Varanasi 🙂

Ich muss übrigens was beichten. Ich war bei Starbucks. Und nicht, dass ich da nur eine vegane heiße Schokoladr mit Soyamilch getrunken habe, die -das muss ich leider zugeben- auch noch genial geschmeckt hat. Nein, mir wurde das ganze auch noch im Becher zum Mitnehmen gegeben. Wenigstens war der aus Papier und ohne Plastikdeckel. Ich wollte skypen, nur haben die Internetcafes der am vermutlich modernsten Stadt Indiens weder Kameras noch Skype. Also brauchte ich wifi.

Jetzt komme ich wohl zum krassesten Unterschied, den ich von einem auf den nächsten Tag erlebt habe.

Am Tag nach der Slumtour habe ich am Bahnhof eine Spanierin kennen gelernt, wir kamen ins Gespräch und es endete darin, dass wir zusammen shoppen gegangen sind. Das heißt, ihr privater Taxifahrer durfte uns zwischen mumbais Shoppingzentren rumkutschieren. Ich habe eine Mischung aus Bluse und Kurta gekauft, für leider 4000Rs. Es sind etwas mehr als 50€ (apropos. Der Euro wird von Monat zu Monat schwächer. Im August habe ich für 1€ 85Rs bekommen, mittlerweile sind es gerade mal 69Rs. Während der Dollar stabil geblieben ist. Nur für die Finanzfreaks unter euch 😉 ) und damit verdammt teuer. Für das Geld hätte ich jetzt eine Einzimmerwohnung einen Monat mieten können. Aber naja. Es sieht einfach zu schön aus 🙂

Und was noch zu dem krassen Gegensatz gehört, ist der Umstand, dass in Mumbai wie gesagt jede Menge Leute in westlicher Kleidung rumlaufen, weshalb die großen Klamottenläden die traditionell indischen Klamotten, die mir gut gefallen und nach denen ich geschaut habe, in die oberen Stockwerke verlegt haben. Unten sind die hippen Klamotten, die man genauso gut auf der Zeil verkaufen könnte. Schon die Läden sind so riesig, dass man mit der Rolltreppe hochfahren kann. Gewohnt bin ich hier Läden, die höchstens 30qm groß sind und in denen nichts offen rumhängt, sondern man sich von einem Verkäufer die gesamte in Regale gestopfte Kollektion zeigen lassen muss.

 

Gerade habe ich (fast) eine 30St Zugfahrt hinter mir. Wir tuckern jetzt noch mit etwa 5km/h vor uns hin, aber ich glaube bald kommen wir in Varanasi an. Was bin ich froh 🙂 Wobei die Zugfahrt garnicht anstrengend oder stressig war. Eigentlich sogar ziemlich entspannt und angenehm (was unter anderem daran liegt, dass ich nicht direkt am Gang geschlafen habe und somit weniger Angst hatte, nachts begrapscht zu werden. Auserdem waren 2 Familien und ein Türke in meinem 6er, sodass ich die Grapschgefahr niedrig eingestuft habe. Schlafen konnte ich deshalb besser, als bei der letzten Fahrt), nur hat sich mein Rücken ein bisschen beschwert.

Morgens um 6:35Uhr sind wir in Mumbai losgefahren, da habe ich erstmal solange geschlafen, bis dann die 2 Familien mit je einem Kleinkind kamen und sich ausgebreitet haben. Bis mittags hatte ich meine Ohrstöpsel drin, und weil ich die Nacht nur 3 Stunden geschlafen hatte, war ich dann mit Indien auf halber Lautstärke wie in Trance 😉 Angenehm. Wirklich angenehm. Dem Erfinder der Ohrstöpsel sei jede Menge Dank gebührt!

Ja und dann war es plötzlich schon halb 7 und der Türke und ich haben beschlossen, dass das Schlafenszeit ist. Also hingelegt, Musik gehört und sofort eingeschlafen. Den ganzen Tag über laufen Verkäufer durch den Zug, die ihre Waren nicht nur diesem Abteil ankündigen wollen, sondern anscheinend glauben, jeder im Umkreis eines Kilometers wolle wissen, was man kaufen kann. Und so schreien sie „Chai, Chai“, „Coffee, Coffee“, „Samosi“, „Idli“, „Pani, Water“, …

Aber wenn ich nachts durst habe und meine Wasserflasche leer ist, läuft natürlich niemand mehr rum, um sein Wasser zu verkaufen. Ich merke an, dass ich bei anderen Zugfahrten von den Rufen geweckt wurde. Wir standen glücklicherweise gerade an einer Station, also raus aus dem Zug, Wasser geholt und wirder zurück. Im Gang liegen lauter Leute rum, die ohne Sitzplatzreservierung reisen. Vielleicht hat deshalb kein Wasserverkäufer Lust, noch mitten in der Nacht an Leute wie mich zu denken, die sich vorher nicht ausreichend eingedeckt haben.

 

Morgen schreibe ich weiter. Ich bin müde. Mal wieder 🙂

Gute Nacht Deutschland!

Freundlich sein wird überbewertet. Und: Bollywood, da bin ich!

Worüber ich dieses mal schreibe, habe ich eben im Bus nachgedacht. Bus fahren mag ich ja 🙂 man sitzt ewig da und betrachtet die Landschaft. Hat was Beruhigendes. Ich ’nutze‘ die Zeit (heute 6 Stunden) zum nachdenken und singen (im Bus ist es so laut, dass mich hoffentlich niemand hört).

Heute bzw die Tage ist mir aufgefallen, wie unfreundlich ich geworden bin. Bemerkt habe ich das nur, weil ich immernoch mit Niki und Ela reise und die zu jedem Rikshafahrer, der gerade versucht uns abzuzocken, freundlich sind. Das klingt jetzt wahrscheinlich komisch -ich meine, warum sollte man nicht auch zu Rikshafahrern freundlich sein?- aber Freundlichkeit ist bei etwa 99,9% der Rikshafahrer fehl am Platz. Kann sein, dass ich mich mit der Zeit schon zu sehr dem ‚indischen Verhalten‘ angepasst habe… und damit auch die Freundlichkeit zu so manchen Leuten flöten gegangen ist. Ach, da fällt mir ein, dass ich leider schon ewig nicht mehr Flöte gespielt habe. Meine Flöten sind in Varanasi. Ich vermisse sie!

Aber nochmal zurück zur schwindenden Freundlichkeit. Erstmal solltet ihr als Hintergrundwissen im Kopf behalten, dass sich in vielen (Touristen-) Orten die Rikshafahrer zusammengeschlossen haben und der Grund dafür sind, dass Busbahnhöfe ausserhalb jeglicher Zivilisation sind. Gut, das ist übertrieben. Aber teilweise ist es tatsächlich so, dass keine Busse zu Touriattraktionen fahren und man auf die Riksha angewiesen ist, weil sich die Rikshafahrer da zu sehr engangiert haben. Und dann kostet der Kilometer statt den normalen 10-15Rs halt >80Rs.

So und jetzt versuch mal, einem Rikshafahrer den Preis zu drücken, mit „ach, das ist aber teuer. Geht das nicht etwas günstiger?“. Genau. Die fangen da nur an, zu lachen und erzählen etwas von „this is no tourist price, madame“.

Nächstes Szenario. In Hampi kann man nur auf die andere Flussseite, indem man für 10Rs mit einem kleinen Motorboot fährt (oder eine 20km Fußmarsch über die nächste Brücke auf sich nimmt). Am Ufer warten mindestens 10 Rikshafahrer und Stadtplanverkäufer, die kaum einen Fluchtweg freihalten. Ein „nein danke, vielleicht ein andermal“ übersetzen sie sich in „oh ja, ich möchte gleich was bei dir kaufen“ und dann hat man sie ewig an der Backe. Und glaubt mir, das will niemand, dem nicht vollkommen egal ist, ob er jetzt was kauft oder nicht und zu welchem Preis.

Nächste Situation. Im Nachtzug haben wir 3 noch 2 Plätze im Sleeperwagon (billigste Kategorie mit Liegemöglichkeit) bekommen. Niki und Ela teilen sich einen Platz und ich habe einen. 2 Stationen habe ich den für mich alleine, denn dann kommt ein Mann, der behauptet, der Platz wäre seiner. Als der Schaffner kommt, stellt sich raus, dass der Platz doppelt belegt wurde und wir uns den wirklich nicht großen Schlafplatz teilen müssen. Der Mann legt sich woanders hin und tauscht später mit dem, dessen Platz er da geklaut hat. Also habe ich wieder jemanden -männlich- an der Backe. Gut, dass ich früher eingestiegen bin, so bleibe ich auf dem Platz sitzen und stelle klar, dass ich diesen Platz garantiert nicht mit einem Mann teilen werde. Und irgendwie regelt er das mit seinem Tauschpartner, der sich dann wahrscheinlich mit jemandem aus seiner Familie einen Platz geteilt hat. Theiretisch hatten wir beide das Recht auf den Platz. Am nächsten Morgen unterhalte ich mich mit John aus Neuseeland, der im gleichen Abteil gereist ist und den Trubel wohl beobachtet hat. Ihm ist klar, dass ich schon länger hier bin, meint er, das hätte er daran gesehen, wie ich mit den Indern gesprochen habe. Selbstbewusst und stur. So muss man sein. Und wenn man als Frau, dazu auch noch sehr jung, so mit Männern spricht, kommt man an sein Ziel. Ich jedenfalls 😉 Ich glaube, bei ca. 90% der Fälle bin ich die erste jüngere Frau, die es wagt, so mit ihnen zu reden. Und so komme ich vermutlich nur durch, weil sie baff sind, da es sonst nie vorkommt. Immerhin sind die Frauen mit abnehmendem Alter ganz unten in jeglicher Rangordnug (alter Mann-junger Mann-alte Frau-junge Frau).

Oh, ich Männerschreck 😀

Ich hoffe, ich gewöhne mir in Deutschland das Freundlichsein schnell wieder an 😉

Wobei es hier ja auch Ausnahmen gibt. Leute, von denen man abhängig ist, zu denen sollte man nett sein. Zum Beispiel Hotelfuzzis, die einem mitten in der Nacht kein Zimmer geben wollen. Aus Angst, ich nehme einen (oder auch mehrere. Der indischen Fantasie sind da garkeine Grenzen gesetzt) Inder mit aufs Zimmer. Ich sag euch, manchmal ist es echt nicht leicht, noch nett zu denen zu sein.

Andere Ausnahmen sind Polizisten. Die können einem immer behilflich sein, also besser lieb sein. Und der Service im Restaurant. Normalerweise bekommt man bei den Thalis (Chapati und Reis mit Curry, Sauce und etwas Gemüse) so lange Nachschlag auf die Beilagen, bis man satt ist. Und in Deutschland ist meine Hauptspeise das Gemüse. Hier ist es immer nur kleine Beilage, deshalb bestelle ich jede Menge davon nach.

Wieder mal gehts um die Männer. Mir ist nämlich nochwas aufgefallen. Niki beschwert sich ständig über Typen, die uns anstarren. Nicht zu Unrecht, aber ich bemerke die mittlerweile schon garnicht mehr. Und wenn, ignorier ich es. Was mich immer wieder fasziniert, ist die Tatsache, dass es da überhaupt kein Schamgefühl gibt. Dass das Gaffen nicht einmal ansatzweise versucht wird, zu verstecken. Nö. Als wir an einen See gefahren sind, haben wir uns eine Stelle etwas abseits anderer Touris gesucht. In den See gehen nur ausländische Touris baden und die Freizeitbeschäftigung jeder Menge Inder ist es, in Gruppen Frauen zu finden, die sie beim Baden und beim Relaxen beobachten können. Da waren zum Beispiel 2 Russinnen in Bikini mit ihren 2 Freunden, und 2m dahinter auf einem Stein sitzen 2 Inder und gaffen einfach nur. Später, als sich welche bei uns zum lunch niedergelassen haben und ich auf Suche nach einer Alternative gegangen bin, habe ich die Gruppe inclusive der Gaffer an einer anderen Stelle wieder gefunden. Die sind denen einfach hinterher.

Sowas würde mich natürlich schon so stören, dass ich das nicht einfach ignorieren könnte. Aber ich laufe deswegen eben nirgends im Bikini, kurzer Hose oder Top rum. Bei mir gibts nichts zu sehen 😉 Sich darüber aufzuregen, dass man im Zug und Bus permanent angestarrt wird, bringt einem ja auch nichts. Also ignorieren und wenn’s schlimmer wird, weggehen. Was zu sagen, bringt nichts.

 

Heute, 14.2. ist übrigens halbes Jubiläum 😀 vor genau 6 Monaten bin ich in Delhi angekommen 🙂

Und, das wussten wir nicht, heute wird in Panaji Carneval gefeiert. Verkleiden tut sich niemand, aber es gibt einen großen Umzug und Leute, die Perücken verkaufen. Der Umzug hier ist etwas anders. Es sind Wagen mit lauter Musik und Leuten, die drin sitzen und winken und anderen, die dahinter tanzen. Aber was mir hier besser gefällt ist, dass die einzelnen Wagen politische Aussagen haben. Zum Beispiel, dass die Tiger geschützt, weibliche Föten nicht abgetrieben, der Drogenkonsum eingestellt werden soll und teilweise war Werbung für Schnaps dabei (das gehört jetzt nicht mehr zu dem Teil, den ich gut fand 😉 ).

Heute morgen waren wir noch in Old Goa und haben uns Kirchen angeschaut. Darunter die größte Kathedrale Asiens 🙂 (Goa war portugiesische Kolonie, daher das Christentum). In Panjim sehen manche Strassen auch eher so aus, als wären sie in Portugal.

Es gibt übrigens coole Neuigkeiten:

Morgen werde ich am Set eines Bollywoodfilms dabei sein, und als Statist mitwirken 😀 das beste ist ja, dass ich für den Spaß auch noch bezahlt werde 😉 also 7€ für 10 Stunden „Arbeit“ 😀

ja, ich bin schon echt aufgeregt und freue mich total 🙂 ob es daran liegt weiß ich nicht, aber heute bin ich 2x gegen eine Wand gelaufen und hab einmal das Gleichgewicht verloren, sodass ich gegdn eine Blechwand auf dem Markt gekippt bin… die irgendwie das Bedürfnis hatte, mir aus dem Weg zu gehen 😉 aber dank eines netten Chinesen habe ich überlebt 😉 nee quatsch, aber ich hätte eine riesen Wand umgeworfen, wenn er mich nicht am Arm zurück gezogen hätte 😀

ich zerstörerin!

Und dann habe ich beim Trinken beinahe die ganze Flasche auf den Boden und mein T-Shirt vergossen. Der Asphalt sah so durstig aus. Und ich habe doch ein Herz für Asphalt. Auch wenn ich heute auch noch 5x gestolpert oder umgeknickt bin.

Mir gehts gut. Will ich da nur mal festhalten. Ich glaube man kann sagen, je tollpatschiger, desto besser gehts mir.

 

Also ihr da draußen! Ach ja, ich bin jetzt übrigens in Mumbai. Am Samstag gehts zurück nach Varanasi. 30Stunden. Yeah!

Bis bald 🙂