Kundendienstkarriere-hier bin ich!

Lange ists her. Es fühlt sich jedenfalls so an. Ich muss gestehen, dass ich total vergessen habe, einen Blog zu haben… 😀 sorry!

Die letzten Tage war viel los. Es waren Abschlussexamen und im Zuge dessen war viel zu tun. Ich habe einen Teil der Englischexamen für die 3. und 5. Klasse konzipiert. Habe ein paar Schulstunden vorher nochmal Übungsaufgaben gemacht und dann Aufgaben gestellt, die sie laut Lehrplan des Englischlehrers hätten lösen können müssen. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, Aufgaben zu finden, die einfach sind aber auch zeigen, dass die Schüler die Grammatik verstehen.

Alle sind durchgefallen. Kein einziger Schüler hat 50% lösen können, das beste Ergibnis ist 30%. Nicht, dass das eine große Überraschung war, ich bin ja immerhin schon eine Weile hier und kenne das Englischlevel unserer Kids. Und den Englischlehrer. Aber die Tatsache, dass der Englischlehrer genausogut hätte die Wände renovieren können (was echt nötig ist), statt zu ‚unterrichten‘ mal so schwarz auf weiß zu sehen, ist nochmal schlimmer. Das Hauptproblem ist, dass die Kinder nie selber nachdenken müssen, sie bekommen die Lösungen immer vorgesagt und es wird sinnlos auswendig gelernt statt den Sinn zu verstehen. Auch bei den Examen helfen die Lehrer den Schülern. Das ist in ganz Indien ein Problem. Dieses Jahr sind aber Nicole, Clara und ich hier, und wir haben uns auf die Klassen aufgeteilt, um die Schüler UND Lehrer zu kontrollieren. Da war man schon irritiert. Niemandem wird mehr geholfen, Spickzettel werden einkassiert und jede Art von Betrug wird bestraft. Das ist neu hier. Aber mal ehrlich, es ist ja wohl vollkommen lächerlich, Prüfungen zu schreiben, wenn man nicht ansatzweise ehrlich ist. Und dabei meine ich jetzt nicht, mal kurz zum Nachbarn zu schielen. Ich möchte den Kindern so gerne mehr englisch beibringen, aber mit dem Lwhrer ist das eine echte Tortur und ich bin ja auch kein ausgebildeter Lehrer…

naja soviel dazu. Eine Woche lang waren also Examen in Englisch, Hindi, EVS (Sachkunde) und Mathe.

Was es noch so zu berichten gibt. Ich wohne jetzt in der Schule. Heißt, mein Rucksack ist im Lagerraum und nachts schlafe ich auf dem Dach oder in einem Klassenzimmer. Im Schulgebäude haben Micga und Nicole ihre Wohnung und die Jungs aus der Bäckerei haben ein Zimmer also bin ich nicht allein. Ist ne ganz interessante Erfahrung. So garkeinen eigenen Rückzugsort zu haben, keine richtige Privatsphäre. Ab und zu fänd ich es ganz schön, ein Zimmer mit nem Bett zu haben (schlafe auf einer Deckr auf dem Boden), wo man halt einfach mal seine Ruhe von der Welt hat. Aber ich muss sagen, es gefällt mir, zu testen, wie viel man ‚braucht‘. Ich trage mittlerweile nur noch indische Kleidung, habe also eine eher beschränkte Auswahl an 5 Kurtas (lange Tuniken) und 8 Hosen (ja zugegebenermaßen hab ich mich in die Hosen hier verliebt und viel zu viele gekauft…) aber wovon ich ziemlich abhängig bin ist das Internet. Ich liebe es einfach, auf veganen Blogs nach Rezepten zu stöbern 😀 und ich habe die Serie ‚Shameless‘ für mich entdeckt.

Gerade bin ich wieder krank (Durchfall, extreme Bauchschmerzen, Erkältung, kurz vorm Sterben. Das übliche 😉 )

Nein, gerade ist es etwas besser. Nehme Antibiotika und Schmerzmittel, wodurch mir jetzt übel ist 😀 das find ich ja schon toll. Schmerzmittel, das andere Beschwerden hervorruft. Naja, ich kann wieder sitzen, sogar bis zur Apotheke laufen (10m von der Schule), ohne das Gefühl zu haben, gleich umzukippen und ohne vor Bauchschmerzen zu heulen. Besserung in Sicht! Da ist halt ein bisschen blöd, dass ich kein Zimmer habe, weil bis mittags die Kinder hier sind und in der Bàckerei gearbeitet wird. Also sitze ich im Treppenhaus rum oder vegetiere vor dem Kühler in Michas und Nicoles Wohnung, wenn sie es mir gestatten. Aber es gefällt mir. Einfacher zu leben. Ich werde auf jeden Fall groß ausmisten, wenn ich wieder in Deutschland bin! Weg mit dem ganzen Kram!

So langsam wirds warm. Die 40° Grenze hats noch nicht überschritten, aber man ist fleißig dabei. 39° hats jeden Tag, nachts kühlt es immerhin auf anscheinend 25° ab. Hab ich noch nicht wahrgenommen. Um 1 Uhr nachts hat es immernoch 30°. Aber gut, der Wetterdienst lügt bestimmt nicht. Wobei. Hat mir schon ein paarmal erzählt, es würde gerade regnen. Da bin ich hoffnunhsvoll aufs Dach gerannt und sehe, dass nichteinmal Wind weht. Die Tage werde ich meinen Rückflug umbuchen, es wird vermutlich Mitte Juni. Wenn ich bis dahin überlebe. Aber ich will es ausprobieren. Ob ich der Hitze Stand halten werde. Sonst müsste ich schon nächste Woche den Flieger nehmen :O

Die Schule schließt bald, dann werde ich im Restaurant, Cafe oder Bäckerei arbeiten. Morgen fängt mein Telefonkundenservice an 😀 heißt, ich nehme die Bestellung vom Deliveryservice auf. Eigentlich hasse ich es ja, auf einer anderen Sprache als deutsch zu telefonieren. Aber gut, Bestellungsaufnahme wird wohl nicht so kompliziert. Hoffentlich 😀

So, jetzt seid ihr wieder auf dem neuesten Stand!

Viele Grüße!

Ps. Noch ein paar Fotos:

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The Dowry System

The Dowry system

Eine indische Tradition ist, dass die Familie der Braut der des Bräutigams Geschenke in Form von Geld, Elektrogeräten, Schmuck und Haushaltswaren überreicht. Offiziell ist das Dowry system seit 1961 verboten, das bedeutet, dass die Familie der Braut nicht zum Dowry gezwungen werden darf. Es darf nicht eingefordert werden. Wird es aber immernoch häufig. Da bekommt die Familie der Braut dann ganz genaue Ansagen, was sie zu schenken hat. Die Zeiten ändern sich aber und glücklicherweise gibt es immer mehr Familien, die ihre Töchter nicht an solche Familien hergeben, die Dowry einfordern. Aber obwohl kein Dowry eingefordert wird, wird die Tradition trotzdem eingehalten und es werden freiwillig Geschenke gemacht. Kühlschränke, Fernseher, Schmuck für den Schwiegersohn, natürlich (viel!) Geld, Kühler, Waschmaschinen, alles was man irgendwie brauchen könnte. Was passiert aber, wenn es nicht genug ist? Wenn die Familie des Bräutigams immer mehr verlangt, zu viel? Eine milde Strafe ist es, die Schwiegertocher zu misshandeln. Zu schlagen, sie offen zu demütigen. Es geht auch schlimmer. In Varanasi gibt es ein Krankenhaus, das allein darauf spezialisiert, Verbrennungen zu heilen. Es passiert tatsächlich -und nicht zu selten- dass die Schwiegertochter verbrannt wird. Der Saree angezündet, die Frau verbrannt. Und wer Glück hat, überlebt und schafft es zu dieser Klinik.

Wie grausam können Menschen sein? So sehr ich Indien liebe, wie kann so etwas nur passieren?! Und das in der Nachbarschaft, in der Familie. Wir haben 13 unserer Mädchen gefragt, ob sie solch eine Geschichte aus ihrem Umfeld kennen. 11 konnten etwas erzählen. Von den Lehrerinnen waren es nur 2. Sie glauben, sowas bekommt man hauptsächlich über die Medien mit. 11 von 13 Mädchen kennen eine Frau, die auf Grund von Dowry verbrannt oder misshandelt wurde.

In Rajasthan herrscht Frauenmangel. Großer Frauenmangel. Es ist hier soweit gekommen, dass die Familie der Braut Mitgift bekommt. Also Dowry nur andersrum. Ein Grund, warum mehrere Familien ihre Tochter an einen Mann aus Rajasthan verheiraten.

Wie kommt es zu so einem großen Frauenmangel? Abtreibung weiblicher Föten und Mord von weiblichen Babies.

Wie zur Hölle kommt man dazu, weibliche Föten abzutreiben und sogar neugeborene Mädchen zu töten? Wegen des Dowry Systems. Ein Mädchen kostet (bei der Hochzeit) und bringt kein Geld ein. Also ist es nur eine große Last. Dann lieber Jungs gebären, die werden arbeiten, Geld verdienen und die Familie unterstützen und bei der Hochzeit bekommt man jede Menge Mitgift.

Tja, blöd gelaufen. Töten sie so viele Mädchen (zur Info: Ultraschalluntersuchung ist in Indien verboten, weil dadurch das Geschlecht bestimmt werden kann), dass Frauenmangel herrscht und am Ende dafür bezahlt werden muss, eine Schwiefertochter zu finden. Ich würde mal sagen, das war ein Eigentor.

Dowry führt also zu Abtreibung, zum Töten. Dazu, dass man sich wünscht, bloß einen Jungen zu gebären und ja kein Mädchen.

Firdous, eine Lehrerin hat erzählt, ihre Oma sei 7 Jahre lang versteckt worden sein. Die Familie erwartete einen Jungen, ein Mädchen würden sie nach der Geburt töten. Die Urgroßmutter gebärt jedoch ein Mädchen. Und was macht sie? Sie wohnt bei ihrer Familie, kleidet das Kind mit Jungenklamotten und erzählt ihrer Schwiegerfamilie (?), es sei ein Sohn. Nur wenige male bekommen sie das Kind zu sehen, keiner merkt, dass es eigentlich ein Mädchen ist. In der Familie gehen alle Männer ins Fitnessstudio, ‚der Junge‘ auch. ‚Er‘ wird wie ein Junge großgezogen, bis die Mutter damit anfängt, mit der Familie zu reden und ihnen langsam im 8. Lebensjahr des Kindes gesteht, dass ‚er‘ eigentlich eine ’sie‘ ist. Ein glückliches Mädchen. Die Familie akzeptiert das Mädchen doch es bleiben Schäden. Bis heute trägt die Oma nur sehr ungern Saree oder Schmuck.

Viele Familien wollen sogar eine Schwiegertochter aus armen Verhältnissen. Ein Mädchen, dass sich ihnen unterwirft und alle Arbeit im Haus erledigt, da sie ärmer ist. Aber es gibt auch Hoffnung. Familien wie Firdous‘ Familie, die ihre Töchter an keine Familie gibt, die Dowry fordert und die von den Schwiegertöchtern kein Dowry fordert und keine großen Geschenke akzeptiert. Alle Lehrerinnen haben erzählt, dass ihre Familien sie nicht an eine Dowry einfordernde Familie gibt. Na immerhin ein Anfang.

 

So ist das Leben. Manchmal so richtig kacke. Aber zum Glück nicht meins 🙂 ich bin super glücklich in Varanasi. Nächste Woche schreiben die Kinder Examen, da habe ich etwas Angst vor… die entscheiden über die Versetzung und mit den Testaufgaben, die ich diese Woche gestellt habe, wären 10/12 Kinder durchgefallen. Die habens leider (noch) garnicht drauf, was halt hauptsächlich am Lehrer liegt. Eben habe ich meinen Anteil der Englischexamen für eine Klasse konzipiert. Wenn sie lernen, sollten sie es locker schaffen. Wenn.

Und das wars wieder. Bis bald!

Julia

Glückliche Julia :D

Woran erkennt man einen veganer?

Er feiert mit Sojamilch und Gemüsechips.

Ja 🙂 und ja, es gibt was zu feiern:

… ich habe ein 6-Monats-Visum bekommen!!! 6 Monate! 😀 Und das, obwohl ich nur 3 Monate beantragt habe 😀

Ich erinnere daran, dass ich in Nepal nur 2 Monate bekommen habe, obwohl ich 6 beantragt hatte…

Tja die Tatsache, dass ich nochmal länger bleiben kann -vorausgesetzt ich kann den Rückflug nochmal umbuchen- macht mich unglaublich glücklich :))) ich musste sogar weinen, als ich es gelesen habe 😀

Aber keine Angst, ich werde nicht bis Ende September hier bleiben. Im Oktober möchte ich schließlich das Studium (Bauingenieurwesen) beginnen und dazu muss ich ein Vorpraktikum machen und dann muss ich ja auch noch umziehen. Fragt mich nicht, wohin. Keine Ahnung 😀 Und dann kommt da noch die Sache mit dem Geld dazu. Hier zu leben, ohne Geld zu verdienen kostet natürlich auch. Das sind also die Gründe, warum ich nicht die vollen 6 Monate ausnutzen werde.

Nochmal kurz zu Thailand, wo ich doch demnächst wieder nur von Indien schwärmen werde 😉

Also in Thailand von A nach B zu kommen, ist ja schon nicht leicht. Weil man sich nicht darauf verlassen kann, dass einem jemand helfen kann. In Indien hab ich einfach ein paar Leute gefragt, wie ich zu Ort X komme, und es hat immer funktioniert, auch wenn es manchmal über Umwege ging. Wenn ich hier jemanden frage, können mir die meisten nicht helfen. Meistens weiß ich nicht, warum. Manchmal wissen sie es halt nicht, manchmal verstehen sie kein englisch. Da habe ich gestern abend etwa 45min gebraucht, um herauszufinden, dass ich mit Buslinie 15 oder 47 von der Haltestelle auf der anderen Strassenseite zurück zum Gastgaus komme. In Indien ist die Hilfsbereitschaft größer. Selbst wenn jemand selber nicht weiß, wie ich von A nach B komme, hilft man mir zumindest damit, dass die Person andere anspricht und die mir zusammen den besten Weg erklären. Klappt hier nicht so 😉

Einmal, als ich im Pick Up hinten drauf saß (die haben da hinten Sitzbänke und ein Dach drangebaut), und der Fahrer seinen kleinen Sohn auf dem Schoß hatte, meinte ein deutscher Mitfahrer (schrecklich. So viele Deutsche hier.) „Das wäre in Deutschland ja unvorstellbar. Wenn der (/die/das???) Airbag aufgeht, ist der Junge tot.“ Worauf ich erstmal lachen musste. Weil ich dachte „haha, als ob’s hier Airbags gäbe“. Und da viel mir auf „oh. Ja. Gibts hier ziemlich sicher. So modern, wie hier alles ist. Die Autos natürlich auch.“ In Varanasi gibts kaum Autos, hauptsächlich Tuktuks, Mottorräder und Fahrradrikshas. Und die Busse, mit denen ich so durch Südindien gekurvt bin, da wäre garantiert niemand vom TÜV freiwillig eingestiegen. Die hätten 1km Sicherheitsabstand gehalten. Und wir es in den Zügen aussieht, habe ich euch ja auf Bildern gezeigt. Voll mit diesen Eindrücken habe ich irgendwie immernoch nicht ‚umgestellt‘ auf ‚Fahrsicherheitstechnisch gilt hier europäischer Standard‘.

Dinge, woran ich merke, dass ich gedanklich nicht aus Indien ausgereist bin:

Vorhin habe ich mich verwirrt umgedreht, als ich gesehen habe, wie ein Restaurant die Aschenbecher polierte.

Ich wunder mich immer wieder, dass es an jeder Ecke Nudeln gibt.

Die Tempel sind so sauber. Und die öffentlichen Gebäude und Strassen.

Ich frage mich, warum Inder keine schlechten Vorbehalte gegenüber Thaifrauen haben. So knapp, wie die in der Öffentlichkeit rumlaufen.

Wenn ich Hilfe brauche, spreche ich Männer an, da indische Frauen kaum englisch sprechen und den ganzen Tag zu Hause sind, deshalb also meist nicht wissen, wie sie mir helfen könnten. Hier ist die Frau allerdings hilfreicher.

Alles ist so mega teuer 🙁

Ich wunder mich über rauchende Frauen.

Ich finde beneidenswert, wie normal es hier ist, dass Männer als Frauen auftreten. Manche sichtlich umoperiert, andere ’nur‘ mit langen Harren, Make-Up und entsprechender Kleidung. Und richtig viele sieht man! In Indien undenkbar!!! Ausser in Mumbai, da habe ich auch 2 gesehen. Aber das ist was ganz anderes, weil Mumbai nicht als Indien zählen sollte. Zu modern, anders als der Rest. Und selbst in Deutschland ist das noch lange nicht so normal.

Ich frage mich ständig, wo die ganzen Bettler sind. Gibts hier einfach nicht in dem Umfang. Habe in knapp 4 Wochen nur 2 gesehen!

 

Noch was komisches: im Bus waren extrasitzplätze gekennzeichnet. Jeweils mit Bild und Unterschrift auf thai. Es gab welche für Rollstuhlfahrer, alte Leute, Schwangere und -Mumien 😀 ja da war einfach eine komplett eingewickelte Person abgebildet. Auf dem Platz saß jemand (die Thais nehmen did Schilder nicht ernst), deshalb hab ich kein Foto gemacht.

Gestern war ich in einem Shopping Center, da gab es moderne Klos. Mit Bedienung, wie für Massagesessel 😀 da konnte die Wassertemperatur eingestellt werden, die Sitztemperatur und lauter so sachen 😀20150331_183250 ja, ich habe gerade tatsächlich ein Bild von einem Klo hochgeladen. Wie tief kann m s n sinken 😀

So, heute nacht fliege ich :))) morgen früh werde ich meine Wartezeit auf einem wohl schönen Friedhof in Kolkata verbringen und am Freitag komme ich in Varanasi an 😀

Bis bald!

20150401_122713 ps. Ich habe einen strassenverkäufer gefunden, der leckeres Pad Thai macht und das fast ohne Öl! Yeah! Schönes Abschiedsessen.

Wer braucht schon Pferderücken, wenn es einem so gut geht, wie mir?

Sawade Ka meine lieben!

Erstmal vielen, lieben Dank für die lieben Glückwünsche 🙂

Tja, so ein Geburtstag ist immer eine willkommene Ausrede für eigentlich alles 😀 in meinem Fall dafür, eine Bootstour zu den Hong Islands zu unternehmen. Morgens wurde ich um 8:30Uhr abgeholt. Was mich schon irritiert hat. Auf dem Zettel stand, ich würde zwischen 8:30Uhr und 9 Uhr von einem Hotel in der Nähe vom Kindergarten abgeholt (es hat niemand verstamden, dass ich in einem Kindergarten wohne). Na jedenfalls komme ich um 8:31Uhr beim vereinbarten Hotel an und dann steht da schon das Taxi. Ich habe damit gerechnet, dass ich jetzt erstmal mindestens 45min warten muss. Was in Indien Minimum an Wartezeit gewesen wäre. Aber da tickt Thailand wohl anders. Wie gut, dass ich dieses deutsche Pünktlichkeitsgen immernoch mit mir rumschleppe (jetzt sagt nicht, dass Deutsche aber 15min früher dagewesen wären. So war ich in Deutschland auch. Lieber 50min zu früh, als 5 zu spät…), auch wenn ich schon viel indisches adaptiert habe 😀 und dann ging’s los. Mit dem Boot zu Insel Nr. 1 und da im Corallenriff schnorcheln. Irgendwie ist es ein bisschen ungeheuer, nur durch einen Schlauch zu atmen, der dank meiner Geschicklichkeit auch noch ständig mit Wasser vollläuft. Aber den Kompromiss kann ich eingehen. Schaff ich 😀 es gab Fische und -na, wer hätt’s erraten?- Korallen zu sehen. Als wäre man in einem Aquarium in Sealife.

Auf einmal umgeben von einem großen Schwarm Fingergroßer Fische. Sich einfach treiben lassen. Zwischendurch abtauchen und Seeigel von näherem betrachten, vorsichtshalber aber Sicherheitsabstand halten vor den langen Stacheln. Vorbeischwimmen an Fischen, die sich wohl für Seepferdchen halten und irgebdwie seltsam schwimmen. Autsch, merke: Korallen sind schwarf, Füße fernhalten. Und fernhalten von Quallen. Auch wenn ich nur eine sehe, ab und zu brennts an Arm und Bein. Ich kann nicht glauben, dass das Wasser tatsächlich so türkis aussieht, wie in Urlaubsprospekten. Und dass die Inseln so verwunschen aussehen. Es ist so wundervoll. Warum? Und warum habe ich nur das Glück, diese wundervollen Monate in Asien verbringen zu dürfen und dabei so viele tolle Erfahrungen zu machen? Bei wem kann ich mich dafür bedanken? Gott. Danke. Immer beschert man sich bei dir, Zeit Danke zu sagen. Tatsächlich habe ich in Asien schon öfters den Gedanken gehabt, dass es jetzt irgendwie nicht so tragisch wäre, zu sterben. Nicht falsch verstehen, ich würde schon noch gerne länger leben. Aber innerhalb von nur 7 Monaten habe ich so viel erlebt, ein neues Zuhause gefunden und mich ziemlich weiterentwickelt. Ich bin frei und unabhängig. Tue das, wozu ich Lust habe, ohne jemandem verpflichtet zu sein. Ich habe so viel erlebt, dass mir selbst nur langsam bewusst wird, wie anders mein Leben nun ist und wie schnell das alles ging. Wie sich mein Weltbild und meine persönlichen Werte verändert haben. Wie ich mich in Indien eingelebt habe, alleine durch Asien reise und mir von niemandem etwas anhaben lasse. Wie ich alleine in der großen, weiten Welt zurecht komme. Überlebe. Klar, ohne euch wäre ich jetzt auf keinen Fall an diesem Punkt. Weil ein Stück Vertrautes, Familie und Freunde natürlich eine große Stütze sind.

Aber ich habe auch Angst. Angst vor Deutschland. Wie wird es, wenn ich wieder zurück bin? Wieder in der alten Kultur. Da, wo ich mein ganzes voriges Leben verbracht habe. Ich glaube, es wird schwer. Ich weiß selber nicht, wie es so weit gekommen ist, dass ich mich so sehr verändert habe. Klar bin ich immernoch Europäerin mit europäischer Wertevorstellung. Aber es hat sich doch einiges verändert. Es ist schwierig zu beschreiben. Und ich habe Angst, wieder in mein altes Leben zurück zukehren. Mich wieder mehr der europäischen Kultur anzugleichen. Angst, dass ein Teil von meinem jetzigen Leben und all dem, was ich gelernt habe, verloren geht. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, dass ich immer länger hier bleiben möchte. Den Abschied so weit, wie möglich rauszuzögern. Und jetzt kommen mit gerade tatsächlich Tränen. Beim Gedanken daran, am Freitag schon wieder in Varanasi zu sein. 🙂

Naja. Eigentlich wollte ich doch nur schreiben, wie mein Tag so war. Also wie gesagt, ich hatte einen sehr schönen Tag. Nachmittags sind noch Lehrerinnen zum Kuchen essen gekommen. Das war ja auch noch eine Aktion. Das Kuchen backen. So ohne Ofen. Im Reiskocher wurde der Kuchen leider nichts. Aber ich habe eine neue beste Freundin. Die Mikrowelle! Es hat funktioniert! Innerhalb von kurzer Zeit hatte ich leicht matschige, aber vegane und köstliche Schokomuffins 😀

Zusammen mit Zitronenmuffins, Spekulatius, Salzbrezeln und Mango war das kleine Buffet perfekt! Ja und dann? Eigentlich wollte ich rausgehen. Aber ich kann mich nicht bewegen. Chronischer Schlafmangel trifft auf anstrengenden Tag trifft auf Sonnenbrand. Also hier im Kindergarten gemütlich gemacht. Schön. Ich hatte einen schönen Tag.

Aber jetzt muss ich wirklich schlafen. Mein Geburtstag ist eh schon seit über einer Stunde vorbei. Also in Thailand jedenfalls.

Ganz, ganz viele Grüße!

Neidisch machende Bilder werden nachgereicht 😉

Gute Nacht

Julia

…und immernoch dabei, das Leben zu genießen

Heute ist js schon Donnerstag. Ja, für mich ist das eine Überraschung, weil ich gestern den ganzen Tag davon ausgegangen bin, es sei Montag 😉

Na jedenfalls heißt das, dass ich jetzt nur noch 3,5 Tage in AoNang bin und das ein Grund ist, es mir nochmal zu gut gehen zu lassen 🙂 was mit dem Bewundern des Sonnenuntergangs am Strand anfängt, und für heute mit einer Massage endet. Die zu ca 50% genießbar war, die restlichen 30min schwirrten so Gedanken in meinem Kopf, wie „oh mein Gott, sie will meinen Rücken/Nacken/egal was, haupsache etwas, brechen“. Kneten ist da noch ein sehr freundlicher Begriff für das, was die sonst echt liebe Frau da mit meinem Rücken angestellt hat. Aber dafür fühlt es sich jetzt erstaunlich gut an. Ich glaube, da muss ich vor meiner Abahrt nochmal hin 🙂

Ach nee zu diesem Abend hab ich noch das Sesamöl vergessen. Irgendwie bekomme ich den Gasherd nicht an… aber ich bin ja auch ein riesen Salatfan und da hab ich Sesamöl gekauft 🙂 sehr zu empfehlen.

Morgen gehe ich nochmal baden und mir den Sonnenuntergang anschauen, dann koche ich mir Spaghetti mit so coolen Pilzen und Kokossauce, dreh natürlich laut Musik auf -das genieße ich ja auch. Den ganzen Kindergarten für mich alleine, kein sich potentieller Beschwerer. In den Zimmern, wo ich immer in Indien war, konnte ich ja jeden Pups vom Nachbarn hören, da war dann laut Musik hören nicht drin. Auch, wenn es vlt gerechtfertigt gewesen wäre 😉

Am Samstag werde ich eine Tour zu den Hong islands machen und da schwimmen und schnorcheln 🙂 bei Korallenriffen 🙂 und für abends habe ich die Lehrerinnen zum Kuchen essen eingeladen. Wobei ich noch nicht so genau weiß, ob das mit dem Kuchen was wird. Ich hab keinen Ofen, aber eine Mikrowelle und einen Reiskocher. Mein erster Mikrowellenkuchen, den hab ich letztens mal ausprobiert, ist leider missglückt. Was heißt, dass die Apfelstücke an der Schale irgendwie grün-grau wurden, in der Mitte ein schwarzes verbranntes etwas war und der ganze Muffin generell viel zu hart und verbrannt war… 🙂 Mir hat jemand erzählt, dass man im Reiskocher auch Kuchen backen kann… also probiere ich das mal aus. Zur Not gibts nur Salzbrezeln und Spekulatius 😉

Tja am Sonntag möchte ich mich nochmal massieren lassen und am Montag Mittag mache ich mich auch schon auf den Weg nach Bangkok… ich bin schon gespannt, ob ich auch ein Visum bekommen habe und für wie lange 🙂 Immerhin habe ich eine Nachricht bekommen, dass ich meinen Reisepass wieder abholen kann. Also bearbeitet wurde es.

Freitag 🙂 morgen in einer Woche bin ich wieder in Varanasi 🙂

Wobei ich glaube ich die Natur und Kinder hier vermissen werde. Das ist hier schon toll, einfach mal eben an den Strand fahren zu können 🙂 und der auch noch so toll ist 🙂

So, noch ein paar Bilder:

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Der Sonnenuntergang ist einfach phänomenal 😀

Heute haben wir die Kids verkleidet. Die 3 Mädels auf dem letzten Bild sind aus meiner Gruppe 🙂 –> süß! Und heute haben wir sogar zusammen gespielt. Sie haben sich nicht durchgängig mit heulen abgewechselt und ich wurde nicht ignoriert. Yeah 😀 Hat Spaß gemacht. Sind schon schnuckelig 🙂

Auch wenn es von mir nicht so geschickt sein mag, eine Filmempfehlung. Schaut euch, wenn ihr es nicht schon gesehen habt, die Dokumentation „Indias Daughters“ an. Es geht um die Vergewaltigung einer indischen Studentin im Bus in Delhi, die an den Folge der Tat gestorben ist. 2012 war es glaube ich. Es kommen auch Interviews mit den Tätern vor. Krass. Einfach unglaublich. Wozu menschliche Wesen fähig sind. In Indien ist der Film übrigens verboten.

Hier der Link: https://youtu.be/zJmk2wVtiSo

Bis irgendwann 🙂

Julia

Gephotoshoppte Natur in Krabi

wisst ihr, was in Deutschlanf nervt? Dass man sonntags nicht einkaufen gehen kann. Hier haben zwar auch manche Läden zu, aber viele sind offen, man bekommt auf jeden Fall alles.

naja. Eigentlich wollte ich euch nur ein paar Bilder von Krabis Küste zeigen. Bin heute nämlich mit dem Boot zu einem anderen Strand gefahren. Abgesehen von den ganzen Touristen war es auch sehr schön. Das ist ja noch sowas. Indien ist zum Glück (noch) nicht so überlaufen.

20150322_151233 20150322_151149 20150322_14572420150322_134316 ja, das sah schon krass aus. So gephotoshoppt. Zu perfekt. Als hätte jemamd grüne Farbe ins Wasser gemischt und die Felsen sahen ein bisschen aus, wie die Inseln in Avatar…

Das Wasser war auch schön angenehm, nicht zu heiß. Wie vor ein paar Tagen, als ich mich im Meer abkühlen wollte und das einfach heiß war.

Und eine kleine Neuigkeit. Meine kleinen Freunde sind mich wieder besuchen kommen. Die, die meine Haare so toll finden. Ja, die Läuseinvasion ist zurück! Wenn mich schon niem s nd von meinen europäischen Freunden besuchen kommt… 😉

Nee so tragisch find ichs nicht, hab mich letztes Jahr ja schon an das Gefühl gewöhnt… Trotzdem wärs schön, wenn sie dieses mal nicht so lange bleiben.

Tja dann-dann-morgen startet meine letzte Woche in AoNang und meine vorletzte Woche in Thailand. Übernächsten Montag geht es zurück nach Bangkok… hoffentlich habe ich bis dahin auch mein Visum! Und in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fliege ich nach Kolkata. Da verbringe ich dann den Morgen und fahre mittags weiter nach Hause <3

Soweit der Plan.

Übrigens. Kennt ihr Ludovico Einaudi? Ich hab letztens ein Lied von ihm auf meinem mp3player gefunden. Ich liebe seine Musik! Hört es euch mal an! Meine Favoriten sind ‚Experience‘, ‚Ancora‘, ‚Andare‘ und ‚Primavera‘.

Und Tschüss 🙂

Julia

Eindrücke aus Thailand

20150319_110648 das ist Sanya. Anstrengenstes Kind. Fängt an zu heulen, wenn ich den Raum verlasse. Schlägt andere Konder und kommt schnell zu mir, bevor die sich wehren können…

20150319_110555 und Rosemary. Zuckersüß, die Kleine 🙂

20150319_175451 –> schaut es euch gut an. ein TOFUSANDWICH!!! ja, mit braunem Brot und vegan. Nur war der Tofu nicht gewürzt :O

20150319_203910 und hier ein Essensstand auf dem Nachtmarkt. Allerdings mit richtigen Sitzgelegenheiten, Bedienung und Speisekarte. Das ist schon garkein echter Nightmarket mehr.

20150320_200931 und? Appetit?

20150320_201055

20150320_193940 Cocktails im Bambus…’glas‘20150320_205906 eine Frau hat Blumensträuße aus Grünzeug -ja, das was Veganer immer essen- gebunden. Und nein, ich hatte gerade keinen Hunger, deshalb hab ich mir keinen gekauft 🙂

20150319_170016 buddhistischer Tempel von außen

20150319_170253 und von innen. Man beachte die Katze mit ihren Jungen 😉

Tja und das waren die Eindrücke aus Thailand. Jetzt ist ja Wochenende. Hier hab ich auch Samstags frei, das ist schön. Weils zwar nett ist im Kindergarten, aber ich mich auch sehr auf die freien Tage freue. Nicht, wie in Varanasi, wo ich den Sonntag eigentlich nur schätze, weil ich theoretisch ausschlafen könnte 🙂

Aso dann schönes Wochende, da in der Kälte 😉

…unser täglich Gemüse gib uns heute. Und morgen. Und übermorge. Und nochwas. Danke.

Tag 5 in AoNang, Tag 3 im Kindergarten.

Das Wochenende habe ich ruhig im Kindergarten verbracht, bei der Hitze (35°) und in der prallen Sonne hält sich meine Motivation, 50min zum Strand zu laufen, trotz tollem Anblick doch eher in Grenzen. Aber ich habe ein Fahrrad entdeckt, das ich nutzen kann. So ein Klapprad. War mir wahrscheinlich schon zu klein, als ich noch 5 Jahre alt war. Aber egal, es hat 2 Räder und fährt. Und es wackelt auch nur ein bisschen, ich glaube es dauert noch, bis es auseinander bricht. Gangschaltung ist eh was für faule. Brauch ich nicht. Irgendwie ist mir das …naja, ich bin mir nicht so ganz sicher, ob es das Recht auf den Namen „Fahrrad“ hat… aber trotzdem oder gerade deswegen sympathisch.

Gestern hab ich es direkt ausprobiert und bin zum Supermarkt gefahren. Statt 10min laufen nur 5min fahren, und keine schwere Tasche schleppen. Es verrichtet seinen Dienst.

Da fällt mir auf, wie schnell ich mich wieder an den alten Luxus gewöhnt habe. Mal eben zum Supermarkt fahren, da reingehen, so mit Korb, durch die Gänge gehen, sein Zeug einpacken, an der Kasse alles scannen lassen, bezahlen und fertig. So sind wirs gewohnt. Ich weiß noch, wie seltsam es für mich war, als ich nach Monaten das erste mal in einem Supermarkt in Indien war. Man kann reingehen, es gibt so viel Auswahl, man bekommt alles in nur einem Shop, man kann selbstständig die Waren nehmen und bekommt nach dem Zahlen auch noch einen Kassenbon. In dem Supermarkt war ich 2 oder 3 mal. Und jetzt bin ich in Thailand, das eh viel moderner ist und hab mich schon fast wieder an das Luxusleben gewöhnt. Schrecklich. Wobei für mich im Moment den größten Luxus die Küche im Kindergarten darstellt. Die gut azsgestattet ist, und die ich nutzen darf. Klar gehe ich nicht mehr in Restaurants essen. Wisst ihr eigentlich, wie toll es ist, auswählen zu können, was man gleich isst? Und damit meine ich nicht die Auswahl an 3 Thaigerichten, die theoretisch vegan sein sollten. Oder die Auswahl an Currys und die Frage, ob man dazu jetzt Reis oder Chapati isst. Ihr wisst, ich finde indisches Essen lecker, aber so sein eigenes Essen zu kochen ist dann auf Dauer doch am besten. Gemüse. Ich koche jede Menge Gemüse. Ich liebe Gemüse <3 Und so richtig wert schätzen tu ich es erst, seit ich in Asien immer nur winzige Portionen zu einem Haufen Reis und Dal (Linsessuppe) oder in einem Nudelgericht in Thailand bekomme. Letztens habe ich Freunden ein Bild geschickt. Worauf die Frage zurück kam „was ist das?“ 😀 Leute, das ist mein Leben! Ich bin gerade überglücklich, einen Haufen Gemüse auf meinem Teller zu haben, der ohne Fertigsauce und ohne Nudelklops daherkommt. Sondern einfach himmlisch schmeckt!

Ok, gut. Genug zum Gemüse.

Schreib ich mal was zum Kindergarten, in dem ich jetzt 2 Wochen lang arbeite. Ich wohne ja im Kindergarten, im Dachgeschoss. Was irgendwie cool ist, weil ich den nachmittags und abends ganz für mich habe und ungestört kochen und Musik hören kann.

Morgens um 7:30Uhr kommen die Lehrerinnen (ja, Lehrerinnen) und die Frauen, die kochen und anderen Kram machen und wurschteln eine Stunde rum, bis die Kinder und ich kommen. Wenn alle da sind, werden in der Gruppe (es sind insgesamt nur ca.20 Kinder) Lieder gesungen. Dann ist die Englischlehrerin dran und führt einfache Konversation und singt ein paar englische Lieder. Dann ist Snacktime, es gibt rohes Gemüse und Reisbrei. Danch werden die Kinder in kleine Gruppeb geteilt und lernen etwas englisch, thai und mathe, bis es zwischen 11 und halb 12 schon Mittagessen gibt. Die Kinder werden geduscht und von 12 bis 2 ist Schlafenszeit und es gibt noch mal Unterricht für die Kinder, die bald zur Schule gehen. In der Zeit habe ich frei und lege mich in einen Klassenraum… auf dem Dachboden ist es unerträglich heiß. Bis halb 4 wird was gebastelt, die Kinder können draußen spielen und Bücher anschauen.

Ich habe zwischen Snacktime und Mittagessen 1,5 Stunden die 3 kleinsten in einem Raum. Sie sie sind ganz gut mit sixh selbst beschäftigt, sodass ich ihnen eigentlich hauptsächlich zuschaue und zwischendurch mahne oder versuche schon langsam mit dem Zählen auf englisch anzufangen. Ein Mädchen hat sich wohl in mich verliebt, sie hat sich direkt am ersten Tag als sie angekommen ist, auf meinen Schoß gesetzt und folgt mir seitdem überall hin. Was irgendwie anstrengend ist, weil sie immer zu heulen anfängt, sobald ich den Raum verlasse. Und dann kommt die mir hinterher. Manchmal heult sie ewig, wenn sie dann endlich ruhig ist und ich weggehe gehts wieder los 😀

Die Kinder hier sind ganz anders, als meine Kids in Varanasi. Sie sind ruhig, interessieren sich mehr für sich, als für die Lehrer und tun erstaunlich oft, was die Lehrer sagen (Nicht, was ich sage 😉 ). Während in der Badi Asha School alle auf einen losrennen und sich kollektiv an einen dranhängen und sich auf einen draufschmeißen, sobald man auftaucht. Es scheint mir, als wären meine Kids viel lebendiger. Und sie brauchen eindeutig mehr Aufmerksamkeit, Zuwendung und Liebe. Aber sie kommen ja auch einem vollkommen anderen Umfeld. Klar sind Kinder aus ärmsten Verhältnissen in Indien anders, als die Kinder aus der Mittelschicht in Thailand. Ihr könnt euch sicher denken, wo ich mich wohler fühle 🙂 ich weiß, es ist ein bisschen unfair von mir. Klar kann der Kindergarten in Thailand niemals an mein Projekt in Varanasi ranreichen.

Heute nachmittag möchte ich dann mit meinem Freund, dem Klapprad, zum Strand fahren und baden 🙂

Und das wars auch schon wieder!

 

Achja, ich weiß jetzt den Thaigruß. (Keine Ahnung, obs richtig geschrieben ist…)

 

Sawade kaa!

 

 

Ps. Noch 15 Tage bis Indien! 🙂 Und 16 bis Varanasi!!! 😀

20150315_181942 50min zum Strand laufen. Aber es ist ja auch schön da 🙂

Und der Abend wird noch besser. Ich habe Pilze mit Kokossauce und Nudeln gekocht <3 das beste Gericht, was ich seit Monaten gegessen habe!!! 🙂

…weil

1. Nicht frittiert

1.5 fast kein Öl

2. ohne pampige Nudeln, die zu einem einzigen Klops zusammengeschmolzen sind

3. Ohne Fertigsauce

4. Vegan!!! Thaiessen ist selten vegetarisch, vegan fast garnicht. Die Nudelsuppe hatte (obwohl abgesprochen war ohne Fleisch) Schwein drin, in den Frühlingsrollen Huhn, im Nudelgericht Ei,… schrecklich 🙁

5. Schon lange nicht mehr gegessen.

schönen Abend!